Rua do Capelão & Largo da Severa
Why is it significant?
Du stehst in der Rua do Capelão, einer schmalen Gasse, die sich zum kleinen Largo da Severa öffnet. An den Wänden hängen Porträts von Fadosängerinnen und -sängern, und mitten im Gassengewirr steht eine riesige portugiesische Gitarre aus Metall, das Denkmal für das Instrument, ohne das es keinen…
Key Facts
| Place | Rua do Capelão & Largo da Severa |
|---|---|
| Address | Rua do Capelão, 1100 Lisboa, Portugal |
| Geo Coordinates | 38.71620, -9.13450 |
| Part of Walk | Wo der Fado geboren wurde: Mouraria, Graça und die Stimmen Lissabons |
| Generated | Generated |
Du stehst in der Rua do Capelão, einer schmalen Gasse, die sich zum kleinen Largo da Severa öffnet. An den Wänden hängen Porträts von Fadosängerinnen und -sängern, und mitten im Gassengewirr steht eine riesige portugiesische Gitarre aus Metall, das Denkmal für das Instrument, ohne das es keinen Fado gäbe.
Diese Gasse gehört einer Frau: Maria Severa Onofriana. Sie wurde 1820 geboren, war die Tochter einer Tavernenwirtin und verdiente ihr Geld, wie viele Frauen hier, auch als Prostituierte. Aber vor allem sang sie, mit einer Stimme, von der man sich in Lissabon noch Jahrzehnte später erzählte. Sie gilt als die erste Fadosängerin, deren Name überliefert ist.
Und dann kam der Skandal. Ein Aristokrat, der Graf von Vimioso, ein berühmter Stierkämpfer zu Pferd, verliebte sich in sie. Ein Graf und eine Sängerin aus der Mouraria, das war für die feine Gesellschaft unerhört, und gerade deshalb liebte das Volk diese Geschichte. Er nahm sie mit zu Stierkämpfen und in die Häuser des Adels, und plötzlich sang man den Fado der Gosse auch in den Salons.
Das Ende war kurz und traurig. 1846 starb Maria Severa mit nur 26 Jahren, wahrscheinlich an Tuberkulose, in einem Haus hier in der Rua do Capelão. Seitdem tragen viele Fadistas ein schwarzes Schultertuch, das Xaile, und eine alte Erzählung behauptet, es sei Trauer um die Severa. Ob das stimmt, ist ungewiss, aber man glaubt es hier gern. 1931 wurde ihre Geschichte zum Stoff des ersten portugiesischen Tonfilms, A Severa. Vorlage war ein Theaterstück von Júlio Dantas aus dem Jahr 1901, das ihre Legende endgültig unsterblich gemacht hatte.
Schau dir die Gesichter an den Wänden noch einmal an: Sie alle stehen in der Linie dieser einen Frau. Die ganze Gasse ist eine Bühne, auf der seit fast zwei Jahrhunderten dieselbe Liebesgeschichte gespielt wird. Jetzt kommt der anstrengendste Teil des Weges: Über die Rua dos Cavaleiros und steile Treppen geht es gut 350 Meter bergauf, bis ganz nach oben, zum höchsten Aussichtspunkt der Gegend.