Escadinhas da Saúde: die Fado-Treppe

Why is it significant?

Nimm die ersten Stufen der Treppe und lass dir Zeit, denn die Wände links und rechts erzählen eine Geschichte in Farbe. Die Wandbilder sind dem Fado gewidmet: Die Mouraria hat ihrer berühmtesten Tochter, der Musik, hier eine Galerie unter freiem Himmel geschenkt. Was ist der Fado eigentlich?

Key Facts

PlaceEscadinhas da Saúde: die Fado-Treppe
AddressEscadinhas da Saúde, 1100 Lisboa, Portugal
Geo Coordinates38.71500, -9.13480
Part of WalkWo der Fado geboren wurde: Mouraria, Graça und die Stimmen Lissabons
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Nimm die ersten Stufen der Treppe und lass dir Zeit, denn die Wände links und rechts erzählen eine Geschichte in Farbe. Die Wandbilder sind dem Fado gewidmet: Die Mouraria hat ihrer berühmtesten Tochter, der Musik, hier eine Galerie unter freiem Himmel geschenkt.

Was ist der Fado eigentlich? Das Wort kommt vom lateinischen fatum, Schicksal. Er taucht in Lissabon in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts auf, in Hafenkneipen, Bordellen und Hinterhöfen, gesungen von Seeleuten, Prostituierten, Kutschern und Wäscherinnen. Woher er genau kommt, weiß niemand sicher: von afrobrasilianischen Tänzen, von Matrosenliedern, von maurischen Melodien? Jede Theorie hat ihre Anhänger, und Fadistas streiten darüber mit großer Leidenschaft.

Hör dir einmal genau an, was die Begleitung macht. Da ist die portugiesische Gitarre, birnenförmig, mit zwölf Metallsaiten in Paaren, die hell und fast weinend klingt. Sie spielt keine Begleitung im Hintergrund, sie antwortet der Stimme, wie in einem Gespräch. Daneben die Viola, eine gewöhnliche spanische Gitarre, die den Rhythmus hält, und manchmal ein Bass. Mehr braucht ein Fado nicht... nur eine Stimme, die etwas zu verlieren hat.

Und dann ist da das Wort, das sich nicht übersetzen lässt: saudade. Sehnsucht trifft es nicht ganz, Wehmut auch nicht. Es ist das Gefühl, etwas zu vermissen, das vielleicht nie zurückkommt, und dieses Vermissen trotzdem zu lieben. Wenn in einem alten Lokal ein Fado beginnt, wird es still, die Lichter werden gedimmt, und wer weiterredet, bekommt böse Blicke. Im Fado hört man zu, man unterhält sich nicht.

Am 27. November 2011 erklärte die UNESCO den Fado zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Für die alten Sängerinnen und Sänger der Mouraria war das späte Gerechtigkeit, denn jahrzehntelang galt ihre Musik als Lied der Gosse. Und die Mouraria singt weiter: Mariza, eine der bekanntesten Fadosängerinnen unserer Zeit, ist hier aufgewachsen, in der Taverne ihrer Eltern. Steig jetzt weiter die Stufen hinauf und bieg dann in die Gassen rechts ab, bis du auf einen kleinen, ruhigen Platz kommst.

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