Capela de Nossa Senhora da Saúde
Why is it significant?
Bleib vor der schlichten weißen Kapelle mit dem kleinen Glockenaufsatz stehen, eingeklemmt zwischen Häusern und dem Verkehr des Platzes. Sie ist so unscheinbar, dass die meisten Menschen achtlos vorbeigehen... und doch ist sie eines der wenigen Gebäude hier, die älter sind als das große Erdbeben.
Key Facts
| Place | Capela de Nossa Senhora da Saúde |
|---|---|
| Address | Rua da Mouraria, 1100 Lisboa, Portugal |
| Geo Coordinates | 38.71590, -9.13570 |
| Part of Walk | Wo der Fado geboren wurde: Mouraria, Graça und die Stimmen Lissabons |
| Generated | Generated |
Bleib vor der schlichten weißen Kapelle mit dem kleinen Glockenaufsatz stehen, eingeklemmt zwischen Häusern und dem Verkehr des Platzes. Sie ist so unscheinbar, dass die meisten Menschen achtlos vorbeigehen... und doch ist sie eines der wenigen Gebäude hier, die älter sind als das große Erdbeben.
Ursprünglich war das eine Kapelle des heiligen Sebastian, des Schutzpatrons gegen die Pest. 1569 traf Lissabon eine Seuche, die die Chronisten die Große Pest nannten, und Zehntausende starben in wenigen Monaten. Wer es sich leisten konnte, floh aufs Land, die Armen der Mouraria aber blieben. Als die Krankheit nachließ, gelobten die Überlebenden der Muttergottes der Gesundheit, Nossa Senhora da Saúde, eine jährliche Prozession. 1570 zog sie zum ersten Mal aus, und seitdem fast in jedem Jahr.
Das macht sie zu einer der ältesten Prozessionen Lissabons, über 450 Jahre alt. Jedes Jahr im Frühling, meist Ende April oder Anfang Mai, wird die Statue aus der Kapelle getragen, begleitet von Blaskapellen, Soldaten in Uniform und Nachbarn in Sonntagskleidung. Traditionell marschiert dabei auch Militär mit, eine Erinnerung an die Artilleristen, die mit der Kapelle seit Jahrhunderten verbunden sind.
Und warum gehört so ein Ort auf einen Fado-Spaziergang? Weil der Fado nie nur in Konzertsälen lebte, sondern in genau dieser Welt: Prozessionen, Volksfeste, Nachbarschaft, Glaube und Aberglaube. Viele alte Fados erzählen von Heiligen, von Gelübden, von Müttern, die für ihre Söhne auf See beten. Dieselben Menschen, die nachts in der Taverne sangen, trugen am Sonntag die Kerzen in der Prozession. Wenn die Prozession durch die Mouraria zieht, hängen an manchen Fenstern Decken und Tücher, so wie es schon Maria Severa gesehen haben muss.
Das Erdbeben von 1755 hat diese kleine Kapelle der Überlieferung nach fast unbeschadet überstanden, während ringsum Kirchen einstürzten. Die Menschen hier haben das nie für einen Zufall gehalten. Dreh dich jetzt nach links, wo neben der Kapelle eine steile Treppe den Hang hinaufführt, und schau dir die Wände dort genau an.