Largo dos Trigueiros
Why is it significant?
Hier wird es plötzlich still. Ein kleiner, unregelmäßiger Platz, Wäsche an den Leinen, Blumentöpfe auf den Fensterbänken, und irgendwo läuft ein Radio. Setz dich ruhig einen Moment auf eine Stufe, das machen die Nachbarn auch.
Key Facts
| Place | Largo dos Trigueiros |
|---|---|
| Address | Largo dos Trigueiros, 1100 Lisboa, Portugal |
| Geo Coordinates | 38.71390, -9.13570 |
| Part of Walk | Wo der Fado geboren wurde: Mouraria, Graça und die Stimmen Lissabons |
| Generated | Generated |
Hier wird es plötzlich still. Ein kleiner, unregelmäßiger Platz, Wäsche an den Leinen, Blumentöpfe auf den Fensterbänken, und irgendwo läuft ein Radio. Setz dich ruhig einen Moment auf eine Stufe, das machen die Nachbarn auch.
Die obere Mouraria hat, anders als der Platz unten, die Abrissbagger des 20. Jahrhunderts überlebt. Deshalb siehst du hier noch das mittelalterliche Muster des Viertels: Gassen, die sich nach keinem Plan richten, Treppen statt Straßen, Häuser, die sich gegenseitig stützen. Ein Stadtplan aus dem 16. Jahrhundert und einer von heute sehen an dieser Stelle verblüffend ähnlich aus. Die Gassen sind so schmal, dass sich Nachbarn von Fenster zu Fenster etwas reichen können.
Im Juni verwandelt sich all das. In den Nächten um den Tag des heiligen Antonius, am 13. Juni, hängen bunte Girlanden über den Gassen, es riecht nach gegrillten Sardinen, und auf improvisierten Bühnen wird gesungen. Jedes Viertel schickt seine eigene Marcha auf die Avenida da Liberdade, eine Parade mit Kostümen, Liedern und Bögen. Die Mouraria nimmt diesen Wettbewerb sehr ernst... und verliert nicht gern. Verliebte schenken sich in diesen Tagen ein Töpfchen Basilikum, den Manjerico, mit einer Papierblume und einem kleinen Liebesvers darin.
Zwischen Sardinen und Rotwein lebt hier auch der Fado vadio, der vagabundierende Fado. Das ist der Fado der Amateure: Ein Taxifahrer, eine Köchin, ein Rentner stehen auf, singen ein einziges Lied und setzen sich wieder hin. Keine Stars, keine Bühne, nur die Nachbarn. Aus dieser Welt kam Fernando Maurício, 1933 in der Mouraria geboren, den man hier bis heute den König des Fado der Mouraria nennt. Er sang zeitlebens lieber in kleinen Lokalen als in großen Sälen.
Die Mouraria war lange arm, und sie ist es teilweise noch. Steigende Mieten und Ferienwohnungen setzen den alten Bewohnern zu, und manche Fados, die hier heute gesungen werden, handeln genau davon. Geh jetzt die Gassen bergab, Richtung Rua dos Cavaleiros, bis du an eine Straße kommst, deren Wände mit Porträts von Sängern gesäumt sind.