Museumplein: Die große Wiese der Nation

Why is it significant?

Atme einmal tief durch. Um dich herum liegt eine riesige Wiese, Kinder rennen, Leute liegen auf dem Gras, im Norden steht das Rijksmuseum wie eine Bühnenkulisse, und im Süden blitzt auf dem Dach des Konzertsaals eine goldene Lyra.

Key Facts

PlaceMuseumplein: Die große Wiese der Nation
AddressMuseumplein, 1071 DJ Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.35720, 4.88260
Part of WalkAmsterdam für Kunstliebhaber: Museumsviertel, Concertgebouw und Vondelpark
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Atme einmal tief durch. Um dich herum liegt eine riesige Wiese, Kinder rennen, Leute liegen auf dem Gras, im Norden steht das Rijksmuseum wie eine Bühnenkulisse, und im Süden blitzt auf dem Dach des Konzertsaals eine goldene Lyra. Der Museumplein ist das Wohnzimmer des Viertels... aber er war lange ein Platz ohne Plan.

Als das Rijksmuseum 1885 eröffnete, lag dahinter vor allem leeres Gelände. Schon 1883 hatte man es für etwas Großes genutzt: die Internationale Kolonial- und Exportausstellung. Hunderttausende Besucher bestaunten Waren aus aller Welt, und in einem nachgebauten Dorf wurden Menschen aus den Kolonien, aus Suriname und dem heutigen Indonesien, regelrecht ausgestellt. Die Schau sollte zeigen, wie reich die Niederlande durch ihre Kolonien geworden waren. Damals hielt man das für Bildung. Heute sieht man darin, was es war: eine Menschenschau.

Danach blieb der Platz jahrzehntelang ein Provisorium, durchschnitten von einer Straße, über die der Verkehr direkt am Rijksmuseum vorbeirauschte. Erst Ende der Neunzigerjahre bekam er sein heutiges Gesicht, entworfen vom skandinavischen Landschaftsarchitekten Sven-Ingvar Andersson. Generationen von Amsterdamern haben hier Fußball gespielt, Drachen steigen lassen und Konzerte gehört. Das Beste daran siehst du nicht: Unter deinen Füßen liegen eine Tiefgarage und ein Supermarkt, und darüber wächst einfach Gras.

Diese Wiese ist auch der Ort, an dem die Niederlande ihre Stimme erheben. Am 21. November 1981 versammelten sich hier rund vierhunderttausend Menschen gegen die Stationierung neuer Atomraketen, eine der größten Demonstrationen in der Geschichte des Landes. Und von 2004 bis 2018 standen hier die roten und weißen Riesenbuchstaben I amsterdam, das beliebteste Fotomotiv der Stadt. Die Stadt ließ sie entfernen, weil sie ihr zu sehr zum Symbol des Massentourismus geworden waren.

Im Winter wird hier übrigens oft Schlittschuh gelaufen, und an Sommerabenden weht manchmal Musik aus dem Konzertsaal herüber. Dreh dich einmal um dich selbst: drei Museen und ein Konzertsaal auf einen Blick, so viel Kunst auf einem Fleck bietet kaum eine andere Stadt. Genau dorthin gehst du jetzt. Lauf über die Wiese ans Südende des Platzes, auf das Gebäude mit der goldenen Lyra zu.

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