Rijksmuseum: Radtunnel unter der Nachtwache
Why is it significant?
Halte dich am Rand, denn um dich herum klingeln die Fahrräder. Du stehst in der Durchfahrt mitten unter dem Rijksmuseum, und ja, das hier ist ein öffentlicher Radweg.
Key Facts
| Place | Rijksmuseum: Radtunnel unter der Nachtwache |
|---|---|
| Address | Museumstraat 1, 1071 XX Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.35980, 4.88530 |
| Part of Walk | Amsterdam für Kunstliebhaber: Museumsviertel, Concertgebouw und Vondelpark |
| Generated | Generated |
Halte dich am Rand, denn um dich herum klingeln die Fahrräder. Du stehst in der Durchfahrt mitten unter dem Rijksmuseum, und ja, das hier ist ein öffentlicher Radweg. Jeden Tag rollen Tausende Amsterdamer quer durch ihr Nationalmuseum, ein paar Meter unter Rembrandt, als wäre es die normalste Abkürzung der Welt.
Gebaut hat diesen roten Palast Pierre Cuypers, eröffnet wurde er 1885. Cuypers war katholisch und liebte die Gotik, und das sieht man: Türme, Spitzbögen, bunte Fliesen, fast wie eine Kathedrale. Im protestantischen Amsterdam rümpften manche die Nase. Cuypers ließ sich nicht beirren und schmückte die Fassaden mit Bildern und Figuren aus der Geschichte der niederländischen Kunst. Man erzählt, König Willem der Dritte habe gespottet, in dieses Kloster setze er keinen Fuß. Ob er es wirklich so gesagt hat? Die Geschichte hält sich jedenfalls hartnäckig.
Und dann der Kampf um diesen Tunnel. Als das Museum ab 2003 zehn Jahre lang umgebaut wurde, wollten die spanischen Architekten die Passage zur großen Eingangshalle machen. Da hatten sie die Rechnung ohne die Radfahrer gemacht. Der Fahrradverband protestierte, Zeitungen stritten, der Gemeinderat mischte sich ein. Am Ende siegte das Rad. Seit der Wiedereröffnung 2013 liegt der Eingang seitlich, und die Räder rollen weiter mitten durch.
Über dir hängt das berühmteste Bild der Niederlande, die Nachtwache, gemalt 1642. Eigentlich zeigt sie eine Bürgerwehr am helllichten Tag, nur der nachgedunkelte Firnis hat sie zur Nacht gemacht. 1715 sollte das riesige Gemälde ins Rathaus am Dam umziehen und passte nicht an die Wand... also schnitt man es an allen Seiten zurück, links verschwanden dabei zwei Figuren. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Leinwand aufgerollt und versteckt, zuletzt in den Mergelhöhlen des Sint-Pietersbergs bei Maastricht.
Seit 2019 wird das Bild vor den Augen des Publikums untersucht und restauriert, in einem gläsernen Raum. Besucher können den Restauratoren bei der Arbeit zuschauen, Millimeter für Millimeter. Kunst als offene Werkstatt, ganz Amsterdam. Geh nun durch den Tunnel hinaus auf die Rückseite, auf die große Rasenfläche, und halte dich rechts. An der Paulus Potterstraat wartet ein Museum, das einem einzigen Maler gehört.