Teatr Wielki: Das Große Theater am Theaterplatz
Why is it significant?
Vor dir öffnet sich ein weiter Platz, und an seiner Südseite steht eine Fassade wie ein Tempel, mit Säulen, Giebel und einem Wagenlenker hoch oben auf dem Dach. Das ist der Teatr Wielki, das Große Theater, heute Sitz der Polnischen Nationaloper.
Key Facts
| Place | Teatr Wielki: Das Große Theater am Theaterplatz |
|---|---|
| Address | Plac Teatralny 1, 00-950 Warszawa, Poland |
| Geo Coordinates | 52.24360, 21.01030 |
| Part of Walk | Warschau aus Trümmern: Altstadt, Königsschloss und die Bilder Bellottos |
| Generated | Generated |
Vor dir öffnet sich ein weiter Platz, und an seiner Südseite steht eine Fassade wie ein Tempel, mit Säulen, Giebel und einem Wagenlenker hoch oben auf dem Dach. Das ist der Teatr Wielki, das Große Theater, heute Sitz der Polnischen Nationaloper. Bleib einen Moment stehen und schau dir die Länge dieser Front an.
Gebaut hat das Haus der Italiener Antonio Corazzi zwischen 1825 und 1833, und es gehörte damals zu den größten Theatern Europas. Hier wurde 1858 Stanisław Moniuszkos Oper Halka in ihrer endgültigen Fassung aufgeführt, und die Warschauer machten sie sofort zu ihrer Nationaloper. Warschau stand damals unter russischer Herrschaft, und Musik war eine der wenigen Arten, laut und öffentlich polnisch zu sein.
Im September 1939 belagerte die Wehrmacht die Stadt. Bomben und Granaten setzten das Theater in Brand, übrig blieb vor allem die klassizistische Front. Gegenüber im Rathaus, dem Palais der Familie Jabłonowski, saß Stadtpräsident Stefan Starzyński, der die Warschauer während der Belagerung Tag für Tag über das Radio zum Durchhalten aufrief. Nach der Kapitulation verhafteten ihn die Deutschen. Er kam nicht zurück, und wo und wann genau er starb, ist bis heute nicht sicher geklärt.
Und jetzt das Paradox dieses Platzes. Das Theater baute man nach dem Krieg wieder auf, hinter der alten Fassade aber viel größer als zuvor, mit einer der größten Opernbühnen Europas, und 1965 wurde es neu eröffnet. Das ausgebrannte Rathaus dagegen ließ man nach dem Krieg abtragen, und erst in den neunziger Jahren entstand das Palais als Nachbau neu, für eine Bank. Warschau hat nicht einfach alles rekonstruiert... die Stadt hat jedes Mal neu entschieden, was zurückkommen darf und was nicht.
Diese Entscheidungen wirst du auf dem ganzen Weg sehen. Nimm jetzt die Senatorska-Straße nach Osten, vorbei an Kirchen und alten Adelspalais, bis sich vor dir der Schlossplatz mit der hohen Säule öffnet.