Sächsischer Garten & Grab des Unbekannten Soldaten
Why is it significant?
Vor dir stehen drei einsame Arkaden, ein Stück Säulengang mitten auf einem riesigen, leeren Platz, und darunter brennt eine Flamme, bewacht von zwei Soldaten, die sich nicht rühren. Hinter den Bögen beginnt ein Park mit alten Kastanien und Linden.
Key Facts
| Place | Sächsischer Garten & Grab des Unbekannten Soldaten |
|---|---|
| Address | Plac Marszałka Józefa Piłsudskiego, 00-078 Warszawa, Poland |
| Geo Coordinates | 52.24090, 21.01130 |
| Audio Duration | ~3 min |
| Part of Walk | Warschau aus Trümmern: Altstadt, Königsschloss und die Bilder Bellottos |
| Generated | Generated |
Vor dir stehen drei einsame Arkaden, ein Stück Säulengang mitten auf einem riesigen, leeren Platz, und darunter brennt eine Flamme, bewacht von zwei Soldaten, die sich nicht rühren. Hinter den Bögen beginnt ein Park mit alten Kastanien und Linden. Was du hier siehst, ist der letzte Rest eines Palastes, der einmal die ganze Seite dieses Platzes einnahm. Er hieß Sächsisches Palais, und der Name führt direkt nach Dresden. 1697 wurde der Kurfürst von Sachsen, Friedrich August, zum König von Polen gewählt, als August II., den man den Starken nannte. Er kaufte hier ein Adelspalais, ließ es umbauen und eine gewaltige barocke Achse quer durch die Stadt planen, die Sächsische Achse. Den Garten dahinter öffnete er 1727 für das Publikum, als einen der ersten öffentlichen Parks im Land. Auch sein Sohn August III. regierte zwischen Dresden und Warschau, und aus jener Zeit stammt ein polnisches Sprichwort: Unter dem Sachsenkönig iss, trink und lass den Gürtel locker. Nach 1918 zog der polnische Generalstab in das Palais, und 1925 legte man unter den Arkaden das Grab des Unbekannten Soldaten an, für einen namenlosen Gefallenen von den Schlachtfeldern um Lemberg. In denselben Mauern arbeitete das Chiffrierbüro, in dem junge Mathematiker um Marian Rejewski Anfang der dreißiger Jahre die deutsche Enigma entschlüsselten... Jahre vor den berühmten Erfolgen von Bletchley Park. Während der Besatzung hieß dieser Platz Adolf-Hitler-Platz, und im Palais saßen deutsche Militärdienststellen. Ende Dezember 1944, Monate nach dem Ende des Aufstands, sprengten deutsche Pioniere das Gebäude. Stehen blieben nur diese drei Bögen mit dem Grab darunter, als hätte ausgerechnet das Symbol die Explosion überleben sollen. Die Tafeln an den Pfeilern nennen Schlachtfelder aus tausend Jahren polnischer Geschichte. Seit Jahren wird darüber diskutiert, das Sächsische Palais wieder aufzubauen, ein Projekt, das Warschau noch lange beschäftigen wird. Und genau darum geht es auf diesem ganzen Weg: um eine Stadt, die man ausgelöscht hat und die sich Stück für Stück aus Trümmern zurückgeholt hat. Geh jetzt nach Norden, über die Wierzbowa-Straße zum Theaterplatz. Dort wartet ein Opernhaus, das zweimal gebaut werden musste.