Königsschloss: Die Uhr, die um 11.15 Uhr stehen blieb

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Schau auf den Uhrturm in der Mitte der Fassade und achte auf die Zeiger. Diese Uhr hat eine eigene Geschichte, und sie beginnt mit einem Stillstand. Am 17. September 1939 traf deutscher Artilleriebeschuss das Schloss, das Dach brannte, und die Uhr blieb um 11 Uhr 15 stehen.

Key Facts

PlaceKönigsschloss: Die Uhr, die um 11.15 Uhr stehen blieb
AddressPlac Zamkowy 4, 00-277 Warszawa, Poland
Geo Coordinates52.24790, 21.01530
Part of WalkWarschau aus Trümmern: Altstadt, Königsschloss und die Bilder Bellottos
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Schau auf den Uhrturm in der Mitte der Fassade und achte auf die Zeiger. Diese Uhr hat eine eigene Geschichte, und sie beginnt mit einem Stillstand.

Am 17. September 1939 traf deutscher Artilleriebeschuss das Schloss, das Dach brannte, und die Uhr blieb um 11 Uhr 15 stehen. In den folgenden Wochen retteten Museumsleute um den Kunsthistoriker Stanisław Lorentz, was sie tragen konnten: Gemälde, Möbel, Teile von Wandverkleidungen und Stuck, oft unter den Augen der Besatzer. Die Deutschen plünderten den Rest und bohrten Löcher für Sprengladungen in die Mauern. 1944 jagten sie das Schloss in die Luft. Was blieb, waren ein paar Mauerreste am Rand des Platzes.

Jahrzehntelang klaffte hier eine Lücke. Erst im Januar 1971 fiel die Entscheidung für den Wiederaufbau, und bezahlt wurde er zum großen Teil aus Spenden, von Schulkindern, Rentnern und Polen im Ausland. Am 19. Juli 1974 setzte man die Uhr wieder in Gang, und zwar um 11 Uhr 15, als wollte man die Zeit genau dort fortsetzen, wo sie abgerissen war. 1984 waren auch die Innenräume fertig, ausgestattet mit vielem, was 1939 heimlich gerettet worden war.

Drinnen liegt der Senatorensaal, in dem der Sejm am 3. Mai 1791 eine Verfassung beschloss, die erste moderne geschriebene Verfassung Europas, nach der amerikanischen die zweite der Welt. Lange hielt sie nicht: Russland marschierte ein, und nach den Teilungen verschwand Polen 1795 für mehr als hundert Jahre von der Landkarte. Und im Canaletto-Saal hängen die Warschauer Ansichten Bellottos, mehr als zwanzig Bilder, die nach dem Krieg Architekten und Restauratoren immer wieder zu Rate zogen.

Die Stadt, die du draußen siehst, ist in gewissem Sinn aus diesen Leinwänden zurückgekehrt. Geh jetzt um die Ecke in die schmale Świętojańska-Straße, die Johannesstraße. Nach wenigen Schritten erhebt sich auf der rechten Seite eine Backsteinfassade mit spitzem Giebel.

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