Schlossplatz & Sigismundsäule
Why is it significant?
Du stehst auf dem Schlossplatz, und über dir, gut zwanzig Meter hoch, hält ein bronzener König ein Kreuz in der einen Hand und ein Schwert in der anderen. Unter ihm sitzen Tauben, Touristen und Verliebte, und gleich daneben leuchtet die rote Fassade des Königsschlosses. Das ist Sigismund III.
Key Facts
| Place | Schlossplatz & Sigismundsäule |
|---|---|
| Address | Plac Zamkowy, 00-277 Warszawa, Poland |
| Geo Coordinates | 52.24730, 21.01340 |
| Part of Walk | Warschau aus Trümmern: Altstadt, Königsschloss und die Bilder Bellottos |
| Generated | Generated |
Du stehst auf dem Schlossplatz, und über dir, gut zwanzig Meter hoch, hält ein bronzener König ein Kreuz in der einen Hand und ein Schwert in der anderen. Unter ihm sitzen Tauben, Touristen und Verliebte, und gleich daneben leuchtet die rote Fassade des Königsschlosses.
Das ist Sigismund III. Wasa, der König, der um 1600 mit seinem Hof von Krakau nach Warschau zog und die Stadt so zur eigentlichen Hauptstadt machte. Sein Sohn Władysław IV. ließ ihm 1644 diese Säule errichten. Ein weltlicher Herrscher auf einer Säule, wie ein antiker Kaiser, das war im katholischen Europa jener Zeit ein kühnes Bild. Es ist das älteste weltliche Denkmal der Stadt, und für die Warschauer ist es bis heute der Treffpunkt schlechthin: Wir sehen uns unter der Säule.
Am 1. September 1944, mitten im Warschauer Aufstand, schoss ein deutscher Panzer die Säule um. Die Figur stürzte auf das Pflaster, beschädigt, aber nicht zerstört. 1949 stand der König wieder oben, auf einem neuen Granitschaft und ein Stück versetzt. Bruchstücke der alten Säulenschäfte liegen bis heute neben dem Schloss, ein steinernes Protokoll der Zerstörung.
Und jetzt ein Name, der dich auf diesem ganzen Weg begleiten wird: Bernardo Bellotto. Der Venezianer, ein Neffe des berühmten Canaletto, nannte sich selbst ebenfalls Canaletto und hatte jahrelang in Dresden für August III. gemalt. 1767 kam er nach Warschau, wurde Hofmaler des letzten polnischen Königs, Stanisław August, und malte die Straßen der Stadt mit beinahe fotografischer Genauigkeit, mit Fuhrwerken, Bettlern, Mönchen und Wäsche an den Fenstern. Fast zweihundert Jahre später wurden diese Bilder zu einer Art Bauanleitung.
In Polen heißt Bellotto bis heute einfach Canaletto, und im Schloss ist ein ganzer Saal nach ihm benannt. Genau dorthin richtest du jetzt den Blick: Geh ein paar Schritte hinüber zum Uhrturm in der Mitte der Schlossfassade.