Neustädter Markt & Sakramentinerinnenkirche

Why is it significant?

Du stehst auf dem Neustädter Markt, einem unregelmäßigen Platz mit einem alten Brunnen in der Mitte. An seiner Ostseite schaut eine weiße Kuppel über die Dächer, und meist ist es hier deutlich ruhiger als auf dem großen Markt der Altstadt.

Key Facts

PlaceNeustädter Markt & Sakramentinerinnenkirche
AddressRynek Nowego Miasta, 00-229 Warszawa, Poland
Geo Coordinates52.25280, 21.00800
Part of WalkWarschau aus Trümmern: Altstadt, Königsschloss und die Bilder Bellottos
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Du stehst auf dem Neustädter Markt, einem unregelmäßigen Platz mit einem alten Brunnen in der Mitte. An seiner Ostseite schaut eine weiße Kuppel über die Dächer, und meist ist es hier deutlich ruhiger als auf dem großen Markt der Altstadt.

Die Neustadt entstand um 1400 als eigene Stadt direkt neben der alten, mit eigenem Rathaus, eigenem Gericht und eigenen Rechten. Ihr Rathaus stand mitten auf diesem Platz und wurde erst im 19. Jahrhundert abgerissen. Die beiden Nachbarn stritten über Märkte und Zölle, wie Nachbarn eben streiten. Erst 1791, im Jahr der Verfassung, wurden Alt- und Neustadt zu einer einzigen Stadt vereint.

Die Kirche gehört den Sakramentinerinnen, und sie ist ein Dankesgeschenk. Königin Marie Casimire, die französische Frau Jan III. Sobieskis, stiftete das Kloster nach dem Sieg ihres Mannes über das osmanische Heer vor Wien 1683, und der Niederländer Tylman van Gameren baute die Kirche. In Polen nennt man sie bis heute zärtlich Marysieńka, und Sobieskis Briefe an sie, voller Sehnsucht und Eifersucht, gehören zu den berühmtesten Liebesbriefen der polnischen Literatur. Bellotto hat genau diesen Platz gemalt, mit der Kirche, den Häusern und dem Treiben davor. Beim Wiederaufbau lag sein Bild wieder auf dem Zeichentisch.

Im August 1944 wurde das Kloster zum Zufluchtsort. Verwundete und Menschen aus den umkämpften Straßen drängten sich in Kirche und Kellern. Deutsche Bomben brachten die Kirche zum Einsturz, und viele, die hier Schutz gesucht hatten, darunter Ordensschwestern, kamen unter den Trümmern ums Leben. Eine Gedenktafel erinnert an sie.

Die Kuppel wurde wieder aufgesetzt, das Innere schlichter als früher, weil vieles nicht mehr zu retten war. Der Brunnen in der Mitte ist ein guter Ort, um kurz zu sitzen, bevor der letzte und schwerste Halt dieses Weges kommt. Verlass den Platz jetzt nach Südwesten, über die Świętojerska-Straße, zum Krasiński-Platz. Dort endet dieser Weg, an dem Ort, an dem die Altstadt 1944 ihre letzten Verteidiger verlor.

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