Kamienne Schodki: Die Treppe zur Weichsel
Why is it significant?
Geh langsam diese steilen Steinstufen hinunter, die zwischen hohen Hauswänden zur Straße Brzozowa abfallen. Kamienne Schodki heißt die Gasse, die Steinernen Stufen, und sie gehört zu den ältesten Straßen Warschaus.
Key Facts
| Place | Kamienne Schodki: Die Treppe zur Weichsel |
|---|---|
| Address | ul. Kamienne Schodki, 00-272 Warszawa, Poland |
| Geo Coordinates | 52.25110, 21.01280 |
| Part of Walk | Warschau aus Trümmern: Altstadt, Königsschloss und die Bilder Bellottos |
| Generated | Generated |
Geh langsam diese steilen Steinstufen hinunter, die zwischen hohen Hauswänden zur Straße Brzozowa abfallen. Kamienne Schodki heißt die Gasse, die Steinernen Stufen, und sie gehört zu den ältesten Straßen Warschaus. Unten wird es plötzlich still, als hätte jemand die Tür zum Marktplatz hinter dir geschlossen.
Über diese Stufen schleppten Wasserträger jahrhundertelang Eimer von der Weichsel hinauf in die Altstadt, denn oben auf dem Hügel war Wasser lange knapp. Damals floss der Fluss viel näher am Hang als heute. Wo jetzt Straßen und Uferpromenaden liegen, legten Boote an und wurden Waren entladen. Fischer trugen ihren Fang über dieselben Stufen hinauf, um ihn auf dem Markt zu verkaufen. Die Altstadt saß wie eine Burg auf der Böschung, der Skarpa, und diese Treppe war ihr Hintertor.
Genau diese Böschung zeigt eines der berühmtesten Bilder Bellottos: Warschau vom anderen Ufer aus gesehen, von Praga, gemalt um 1770. Über dem Fluss steigt die Silhouette auf, mit dem Schloss, den Kirchtürmen und den Häusern, die sich den Hang hinunterstaffeln. Bellotto malte nicht wie ein Romantiker, sondern beinahe wie ein Vermesser, und Kunsthistoriker vermuten, dass er dabei eine Camera obscura zu Hilfe nahm. Nach dem Krieg half genau diese Ansicht den Planern, die Stadt vom Fluss aus wieder so erscheinen zu lassen, wie sie über Jahrhunderte ausgesehen hatte.
Nicht weit von hier, ebenfalls an der Böschung, liegt ein Aussichtspunkt mit einem wenig vornehmen Namen: Gnojna Góra, der Misthügel. Über Jahrhunderte kippten die Bewohner der Altstadt dort ihren Abfall den Hang hinunter. Man erzählt, dass die Erde von diesem Hügel später sogar als heilsam galt... Warschauer Humor hat eben eine lange Tradition.
Wenn du unten an der Brzozowa angekommen bist, dreh dich um und schau die Treppe hinauf: So sahen Händler und Flößer die Stadt. Folge dann der Brzozowa nach Norden bis zur Mostowa-Straße und steig sie hinauf. Oben wartet eine rote Festung aus Backstein.