Freta-Straße & Marie Curies Geburtshaus

Why is it significant?

Vor dir steht ein schlichtes Bürgerhaus mit hellem Putz, und neben dem Eingang eine Tafel: Hier wurde am 7. November 1867 Maria Skłodowska geboren. Die Welt kennt sie als Marie Curie. Warschau gehörte damals zum Russischen Reich, und die polnische Sprache war aus vielen Schulen verdrängt.

Key Facts

PlaceFreta-Straße & Marie Curies Geburtshaus
Addressul. Freta 16, 00-227 Warszawa, Poland
Geo Coordinates52.25150, 21.00850
Part of WalkWarschau aus Trümmern: Altstadt, Königsschloss und die Bilder Bellottos
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Vor dir steht ein schlichtes Bürgerhaus mit hellem Putz, und neben dem Eingang eine Tafel: Hier wurde am 7. November 1867 Maria Skłodowska geboren. Die Welt kennt sie als Marie Curie.

Warschau gehörte damals zum Russischen Reich, und die polnische Sprache war aus vielen Schulen verdrängt. Marias Vater unterrichtete Mathematik und Physik, ihre Mutter leitete eine Pensionatsschule für Mädchen, das Lernen lag also in der Familie. Aber Frauen durften an der Warschauer Universität nicht studieren. Also lernte sie an der sogenannten Fliegenden Universität, einem geheimen Unterricht in Privatwohnungen, der ständig den Ort wechselte, damit die Polizei ihn nicht fand.

1891 ging sie nach Paris. 1898 entdeckte sie gemeinsam mit Pierre Curie ein neues Element und nannte es Polonium, nach einem Land, das es auf der Landkarte damals gar nicht gab. Bald darauf folgte das Radium, und das Wort Radioaktivität geht auf sie zurück. 1903 erhielt sie den Nobelpreis für Physik, 1911 den für Chemie, als erster Mensch zweimal, und bis heute ist sie die einzige Person mit Nobelpreisen in zwei verschiedenen Naturwissenschaften.

Auch dieses Haus wurde 1944 zerstört und danach wieder aufgebaut. Seit 1967, dem Jahr ihres hundertsten Geburtstags, ist hier ein Museum. Ihrer Heimatstadt blieb sie verbunden: Sie sammelte für ein Radium-Institut in Warschau, das 1932 eröffnet wurde. Die Freta-Straße selbst war einmal die Hauptachse der Neustadt, einer eigenen Stadt vor den Mauern, mit eigenem Rathaus und eigenem Markt. Der Name kommt wohl von einem alten Wort für freies Land vor den Toren, ein Ort, an dem sich Handwerker und Händler ansiedelten, die in der engen Altstadt keinen Platz fanden.

Schau dich beim Weitergehen um: Hier sind die Häuser niedriger und die Farben ruhiger als auf dem Altstädter Markt. Folge der Freta weiter nach Norden. Nach wenigen Minuten öffnet sie sich zu einem Platz mit einem Brunnen und einer weißen Kuppel.

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