Der Kleine Aufständische & die Stadtmauer
Why is it significant?
Zwischen den beiden Ringen der alten Stadtmauer steht ein Junge aus Bronze. Er trägt einen Helm, der ihm viel zu groß ist und ihm fast über die Augen rutscht, und in den Händen hält er eine Maschinenpistole, die zu schwer für ihn aussieht. Er reicht dir kaum bis zur Brust.
Key Facts
| Place | Der Kleine Aufständische & die Stadtmauer |
|---|---|
| Address | ul. Podwale, 00-252 Warszawa, Poland |
| Geo Coordinates | 52.24930, 21.00960 |
| Part of Walk | Warschau aus Trümmern: Altstadt, Königsschloss und die Bilder Bellottos |
| Generated | Generated |
Zwischen den beiden Ringen der alten Stadtmauer steht ein Junge aus Bronze. Er trägt einen Helm, der ihm viel zu groß ist und ihm fast über die Augen rutscht, und in den Händen hält er eine Maschinenpistole, die zu schwer für ihn aussieht. Er reicht dir kaum bis zur Brust.
Das ist der Mały Powstaniec, der Kleine Aufständische, 1983 enthüllt nach einem Entwurf des Bildhauers Jerzy Jarnuszkiewicz. Er erinnert an die Kinder und Jugendlichen, die im Warschauer Aufstand 1944 mitkämpften: als Meldegänger, Sanitäterinnen, Briefträger der Pfadfinderpost, die Nachrichten durch Keller und Trümmer trugen, und manchmal auch mit der Waffe. Viele von ihnen waren zwölf, dreizehn, vierzehn Jahre alt. Der Helm ist ein erbeuteter deutscher Stahlhelm. Die Aufständischen hatten so wenig Ausrüstung, dass jedes erbeutete Stück zählte.
Die Mauern um dich herum erzählen ihre eigene Geschichte von Verschwinden und Wiederkehr. Im Mittelalter schützten zwei Mauerringe die Altstadt. Als die Stadt wuchs, baute man Häuser an die Mauern und in sie hinein, bis man sie kaum noch sah. In den dreißiger Jahren begann man, sie wieder freizulegen, und nach 1945 rekonstruierte man lange Abschnitte. Der schmale Streifen zwischen den beiden Ringen trägt heute den Namen von Jan Zachwatowicz, dem Architekten, der den Wiederaufbau der Altstadt prägte.
Zachwatowicz und seine Studenten von der Technischen Hochschule hatten schon vor dem Krieg die Altstadt Haus für Haus vermessen und gezeichnet. Während der Besatzung wurden diese Unterlagen versteckt, und sie überstanden den Krieg. Ohne sie, und ohne die Bilder Bellottos, gäbe es das, was du gleich siehst, nur noch auf alten Fotos.
Bleib noch einen Moment beim Jungen mit dem großen Helm. Oft liegen Blumen zu seinen Füßen oder steht eine Kerze dort, besonders rund um den 1. August, den Jahrestag des Aufstands. Dann geh durch eine der kurzen Gassen nach Osten, hinein in die Altstadt. Den Marktplatz hörst du, bevor du ihn siehst.