Miła 18 und der Bunker der Aufständischen

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Vor dir erhebt sich ein begrüter Hügel mitten zwischen schlichten Nachkriegswohnhäusern, und auf seiner Kuppe liegt ein schwerer Felsbrocken aus rötlichem Granit.

Key Facts

PlaceMiła 18 und der Bunker der Aufständischen
Addressul. Miła 18, 00-189 Warszawa, Poland
Geo Coordinates52.25150, 20.99230
Part of WalkDas jüdische Warschau: Vom Muranów-Viertel zum Ghetto-Aufstand
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Vor dir erhebt sich ein begrüter Hügel mitten zwischen schlichten Nachkriegswohnhäusern, und auf seiner Kuppe liegt ein schwerer Felsbrocken aus rötlichem Granit. Dieser künstliche Hügel ist keine Grünanlage zur Erholung, sondern ein stilles Massengrab aus Brandschutt und Asche: Hier lag der unterirdische Befehlsbunker von Miła 18. Die Stufen, die hinaufführen, tragen Inschriften in polnischer, jiddischer und hebräischer Sprache.

Im Frühjahr 1943 beschlossen die letzten verbliebenen etwa sechzigtausend Juden im Warschauer Ghetto, sich nicht länger wie Schafe zur Schlachtbank treiben zu lassen. Als deutsche SS- und Polizeiverbände am Morgen des 19. April, dem Vorabend des jüdischen Pessach-Festes, einrückten, um das Ghetto restlos zu liquidieren, wurden sie mit Pistolen, Handgranaten und Benzinflaschen empfangen. Es war der erste bewaffnete städtische Volksaufstand gegen die nationalsozialistische Tyrannei im gesamten besetzten Europa, geführt von verzweifelten Jugendlichen, die kaum Waffen besaßen.

Im weit verzweigten Keller des zerstörten Wohnhauses Miła 18 richtete die Jüdische Kampforganisation ŻOB ihre geheime Führungszentrale ein. Unter der Erde gab es primitive Pritschen, einen Notbrunnen, ein Funkgerät und sechs getarnte Ausgänge in die umliegenden Ruinen. Angeführt wurden die Kämpfer von einem erst vierundzwanzigjährigen Mann, Mordechaj Anielewicz. Sie wussten von der ersten Stunde an, dass sie keinen militärischen Sieg erringen konnten, aber sie wollten selbst über die Art ihres Sterbens bestimmen und die Ehre ihres Volkes verteidigen.

Drei Wochen lang leisteten sie erbitterten Widerstand, während die deutsche Wehrmacht das Viertel Haus für Haus mit Flammenwerfern niederbrannte. Am 8. Mai 1943 spürten die SS-Truppen den Bunker auf, riegelten alle Ausgänge ab und warfen Giftgasgranaten in die Luftschächte. Um der Folter und der Schande der Gefangennahme zu entgehen, nahmen sich Anielewicz und über hundert seiner Mitkämpfer gemeinsam das Leben. Nur eine kleine Gruppe konnte tags darauf durch die finstere Kanalisation entkommen, unter ihnen Marek Edelman, der den Aufstand überlebte und später ein hochangesehener Kardiologe wurde.

Nach dem Krieg wurden die Leichen der Bunkerbesatzung nie geborgen; der Hügel wurde aus den Trümmern des Ghettos zu ihrem ewigen Denkmal aufgeschüttet. Verlasse den Gedenkhügel nun in südlicher Richtung entlang der Zamenhof-Straße. Nach wenigen Minuten öffnet sich ein monumentaler Vorplatz vor einer weltberühmten Skulptur.

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