Denkmal der Helden des Ghettos
Why is it significant?
Tritt auf den weiten Pflasterplatz und sieh dir die elf Meter hohe Granitwand an: Aus dem dunklen Stein brechen kraftvolle Bronzefiguren hervor, bewaffnet mit Molotow-Cocktails, Gewehren und geballten Fäusten.
Key Facts
| Place | Denkmal der Helden des Ghettos |
|---|---|
| Address | ul. Ludwika Zamenhofa, 00-153 Warszawa, Poland |
| Geo Coordinates | 52.24970, 20.99420 |
| Part of Walk | Das jüdische Warschau: Vom Muranów-Viertel zum Ghetto-Aufstand |
| Generated | Generated |
Tritt auf den weiten Pflasterplatz und sieh dir die elf Meter hohe Granitwand an: Aus dem dunklen Stein brechen kraftvolle Bronzefiguren hervor, bewaffnet mit Molotow-Cocktails, Gewehren und geballten Fäusten. Das ist das Denkmal der Helden des Ghettos, das berühmteste jüdische Monument Warschaus und einer der bedeutendsten Gedenkorte ganz Europas. Die Flammenbecken zu beiden Seiten brennen an nationalen Gedenktagen zur Erinnerung an die Gefallenen.
Der Bildhauer Nathan Rapoport schuf dieses Werk in den ersten Nachkriegsjahren in Paris, und am 19. April 1948, dem fünften Jahrestag des Aufstands, wurde es hier feierlich enthüllt. Damals gab es ringsum noch kein einziges neues Gebäude... nur ein unendliches, lautloses Meer aus grauem Ziegelschutt, aus dem sich diese Steinwand wie ein einsamer Riff erhob. Tausende jüdische Überlebende aus aller Welt kamen damals zusammen, um im Trümmerfeld von Warschau ein Versprechen des Gedenkens abzulegen.
Der Granit selbst birgt eine tief berührende historische Ironie: Die riesigen Blöcke aus dunkelgrünem schwedischem Labrador-Granit hatte Albert Speer während des Krieges für geplante Siegesdenkmäler des Dritten Reiches in Berlin bestellt. Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes erwarb die jüdische Gemeinde das bereits im Stettiner Hafen lagernde Material. So wurde Hitlers steinerner Siegestraum zum ewigen Denkmal für genau jene Menschen, die das NS-Regime restlos aus der Geschichte tilgen wollte.
Geh einmal ganz um das Monument herum, denn es erzählt zwei gegensätzliche Seiten desselben Dramas. Auf der Vorderseite siehst du den heroischen Aufstand: Entschlossene Kämpfer, angeführt von Mordechaj Anielewicz mit einer Handgranate, einer jungen Mutter mit Kind und einem gefallenen Rebellen zu ihren Füßen. Auf der Rückseite zeigt ein flaches Steinrelief den stillen, schmerzvollen Zug der Verdammten: Greise mit Gebetsschals, gebeugte Mütter und frierende Kinder mit gesenkten Köpfen auf dem letzten Gang zur Vernichtung.
Genau gegenüber ragt die helle, geschwungene Glasfassade des POLIN-Museums in den Himmel. Dreh dich um und überquere den Vorplatz hinüber zur Südseite des Parks, wo ein kleiner bronzener Bundeskanzler kniet.