Denkmal des Warschauer Aufstands am Krasiński-Platz
Why is it significant?
Vor dir brechen Bronzegestalten aus einem zerberstenden Block hervor: Kämpfer mit Waffen, die vorwärtsdrängen, und daneben eine kleinere Gruppe, die in einen Kanalschacht hinabsteigt. Das ist das Denkmal des Warschauer Aufstands, enthüllt am 1. August 1989, auf den Tag 45 Jahre nach Beginn. Am 1.
Key Facts
| Place | Denkmal des Warschauer Aufstands am Krasiński-Platz |
|---|---|
| Address | Plac Krasińskich, 00-207 Warszawa, Poland |
| Geo Coordinates | 52.24940, 21.00580 |
| Part of Walk | Warschau aus Trümmern: Altstadt, Königsschloss und die Bilder Bellottos |
| Generated | Generated |
Vor dir brechen Bronzegestalten aus einem zerberstenden Block hervor: Kämpfer mit Waffen, die vorwärtsdrängen, und daneben eine kleinere Gruppe, die in einen Kanalschacht hinabsteigt. Das ist das Denkmal des Warschauer Aufstands, enthüllt am 1. August 1989, auf den Tag 45 Jahre nach Beginn.
Am 1. August 1944 erhob sich die Heimatarmee gegen die deutsche Besatzung. Man rechnete mit wenigen Tagen, es wurden 63. Die Rote Armee stand am rechten Weichselufer, in Praga, und überschritt den Fluss nicht. Deutsche Truppen, SS- und Polizeieinheiten schlugen den Aufstand mit äußerster Brutalität nieder; im Stadtteil Wola wurden in den ersten Augusttagen Zehntausende Zivilisten erschossen. Einer der verantwortlichen Kommandeure, Heinz Reinefarth, wurde nie verurteilt und war nach dem Krieg Bürgermeister von Westerland auf Sylt.
Unter diesem Platz endet eine andere Geschichte. Als die Altstadt Anfang September nicht mehr zu halten war, stiegen Tausende Aufständische hier in die Kanalisation und krochen stundenlang durch enge, dunkle Kanäle ins Stadtzentrum. Der Einstieg ist bis heute mit einer Tafel markiert.
Am 2. Oktober kapitulierten die Aufständischen. Zwischen 150.000 und 200.000 Zivilisten waren tot. Die überlebenden Einwohner wurden aus der Stadt getrieben, und dann begann, was du auf diesem ganzen Weg gesehen hast: Auf Befehl der NS-Führung brannten und sprengten deutsche Kommandos Warschau planmäßig nieder, Straße um Straße, bis die Rote Armee am 17. Januar 1945 in die Ruinen einrückte.
Und doch stehst du in einer Stadt. Hinter dem Denkmal liegt das Krasiński-Palais, heute Teil der Nationalbibliothek, und auch dieses Palais hat Bellotto gemalt. Gegenüber steht der Oberste Gerichtshof, auf dessen grünen Säulen lateinische Rechtsgrundsätze eingraviert sind, ein Neubau aus den neunziger Jahren mitten im alten Herzen der Stadt. Du bist von einem gesprengten Palast über ein Theater, ein Schloss und eine Kathedrale bis hierher gegangen, durch eine Stadt, die man aus Gemälden, Plänen und Erinnerung zurückgeholt hat. Warschau hat seinen Hofmaler beim Wort genommen... und lebt heute in seinen Bildern weiter.