Mariahilfer Kirche, Haydn-Denkmal & die Begegnungszone
Why is it significant?
Stell dich vor die Mariahilfer Kirche mit ihren zwei Türmen und schau auf das Denkmal davor: ein älterer Herr aus hellem Stein, mit Perücke und Notenblatt, der gelassen auf das Gewusel der Einkaufsstraße blickt. Es ist Joseph Haydn, dessen Wohnhaus du eben besucht hast.
Key Facts
| Place | Mariahilfer Kirche, Haydn-Denkmal & die Begegnungszone |
|---|---|
| Address | Barnabitengasse 14, 1060 Wien, Austria |
| Geo Coordinates | 48.19890, 16.35320 |
| Part of Walk | Verstecktes Wien: Mariahilfer Stiegen, MuseumsQuartier & Spittelberg |
| Generated | Generated |
Stell dich vor die Mariahilfer Kirche mit ihren zwei Türmen und schau auf das Denkmal davor: ein älterer Herr aus hellem Stein, mit Perücke und Notenblatt, der gelassen auf das Gewusel der Einkaufsstraße blickt. Es ist Joseph Haydn, dessen Wohnhaus du eben besucht hast.
Das Denkmal wurde 1887 enthüllt, ein Werk des Tiroler Bildhauers Heinrich Natter. Dass Haydn gerade hier steht, ist kein Zufall, er war ein Mariahilfer, sein Haus liegt nur einen Spaziergang entfernt. Die Kirche hinter ihm gab dem ganzen Bezirk den Namen. Mariahilf, das ist ein Stoßgebet, Maria, hilf, das zum Ortsnamen wurde. In ihr hängt ein Gnadenbild nach dem Vorbild der berühmten Mariahilf-Madonna von Lucas Cranach, und zu diesem Bild pilgerten die Wiener schon im 17. Jahrhundert hinaus vor die Stadt.
1683 zerstörten die osmanischen Belagerer die erste Kirche, wie fast alles in den Vorstädten vor der Stadtmauer. Die Barnabiten, ein aus Italien stammender Orden, der die Kirche betreute, bauten sie danach prachtvoller wieder auf, und die Wallfahrt blühte erst recht. Innen ist die Kirche bis heute ein barockes Feuerwerk aus Gold, Marmor und Engeln, während draußen die Einkaufstaschen vorbeiziehen. Die Straße davor wurde zur wichtigsten Ausfallstraße im Westen, auf der auch der Hof hinaus nach Schönbrunn rollte.
Und heute? Schau auf die Straße selbst. Seit 2015 ist dieser Teil der Mariahilfer Straße Fußgänger- und Begegnungszone, ohne Gehsteigkanten, mit Bänken, Trinkbrunnen und Radfahrern im gemächlichen Tempo. Davor wurde jahrelang gestritten, 2014 durften die Bewohner der beiden angrenzenden Bezirke abstimmen, und eine knappe Mehrheit sagte ja. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, dass sich hier einmal Autos und Busse im Stau aneinanderreihten. Am Wochenende sitzen Familien auf den Bänken, Straßenmusiker spielen, und Kinder laufen dort, wo früher der Bus fuhr.
Geh jetzt auf der Mariahilfer Straße stadteinwärts, Richtung Museumsquartier. Nach ein paar Minuten siehst du links eine Kirche, die sich fast zwischen die Geschäfte duckt, und dahinter eine Kaserne mit einem grauen Geheimnis im Hof.