Schwedenbrücke & Schwedenplatz: Ein Dank an Stockholm
Why is it significant?
Hier ist es laut: Straßenbahnen quietschen um die Kurve, Busse, Radfahrer, Menschen, die aus der U-Bahn strömen. Du stehst auf der Schwedenbrücke, und auf der anderen Seite liegt der Schwedenplatz, eines der großen Drehkreuze der Stadt, mit dem Turm des Stephansdoms im Hintergrund.
Key Facts
| Place | Schwedenbrücke & Schwedenplatz: Ein Dank an Stockholm |
|---|---|
| Address | Schwedenplatz, 1010 Wien, Austria |
| Geo Coordinates | 48.21170, 16.37870 |
| Part of Walk | Flaktürme, Mazzesinsel und Riesenrad: Die verborgene Leopoldstadt in Wien |
| Generated | Generated |
Hier ist es laut: Straßenbahnen quietschen um die Kurve, Busse, Radfahrer, Menschen, die aus der U-Bahn strömen. Du stehst auf der Schwedenbrücke, und auf der anderen Seite liegt der Schwedenplatz, eines der großen Drehkreuze der Stadt, mit dem Turm des Stephansdoms im Hintergrund.
Aber warum ausgerechnet Schweden, mitten in Wien? Nach dem Ersten Weltkrieg hungerte die Stadt. Die Monarchie war zerfallen, die Versorgung zusammengebrochen, und viele Kinder waren unterernährt und krank. Schweden schickte Lebensmittel und Hilfe und nahm Wiener Kinder zur Erholung bei Gastfamilien auf. Mit Sonderzügen fuhren damals tausende ausgehungerte Kinder aus Wien in den Norden, oft mit nicht mehr als einem Namensschild um den Hals. Aus Dankbarkeit bekamen der Platz und die Brücke 1919 ihren schwedischen Namen.
Manche dieser Kinder blieben ihr Leben lang mit ihren schwedischen Gastfamilien verbunden, Briefe gingen über Jahrzehnte hin und her. Ein Straßenschild als Dankeschön, das ist eine sehr wienerische Art, sich zu erinnern... ohne viel Pathos, aber für immer im Stadtplan. Und heute legen ganz in der Nähe Schiffe ab, die in gut einer Stunde nach Bratislava fahren, so nah liegen die Hauptstädte beieinander.
Diese Brücke ist auch eine Grenze im Kopf. Auf der einen Seite die Innere Stadt mit Kirchen, Palais und Kaffeehäusern, auf der anderen die Leopoldstadt, früher das Viertel der Zuwanderer, der kleinen Händler, der Theater und des Vergnügens. Wer im neunzehnten Jahrhundert aus dem Osten nach Wien kam, landete oft zuerst drüben am Nordbahnhof und blieb dann gleich in der Leopoldstadt. Direkt hinter der Brücke beginnt die Taborstraße, die alte Ausfallstraße nach Norden, über die diese Menschen einst in die Stadt hereinkamen.
Bleib noch einen Moment stehen und schau aufs Wasser, das hier ruhig und grün dahinzieht, mitten im Lärm. Dann geh zurück auf die Seite der Leopoldstadt, die Taborstraße ein kurzes Stück hinauf und nach rechts in die stille Tempelgasse. Dort steht ein Denkmal, das man leicht übersieht, und das trotzdem riesig ist.