Schönlaterngasse, Basiliskenhaus und Heiligenkreuzerhof

Why is it significant?

Die Schönlaterngasse biegt sich in einer sanften Kurve durch die Häuser, schmal, still, mit Kopfsteinpflaster. An einem Haus hängt eine verschnörkelte schmiedeeiserne Laterne, die der Gasse ihren Namen gab. Und am Haus Nummer sieben siehst du in einer Nische eine seltsame Kreatur aus Stein.

Key Facts

PlaceSchönlaterngasse, Basiliskenhaus und Heiligenkreuzerhof
AddressSchönlaterngasse 7, 1010 Wien, Austria
Geo Coordinates48.20970, 16.37720
Part of WalkMittelalterliches Wien: Judenplatz, Bermudadreieck und verwinkelte Gassen
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Die Schönlaterngasse biegt sich in einer sanften Kurve durch die Häuser, schmal, still, mit Kopfsteinpflaster. An einem Haus hängt eine verschnörkelte schmiedeeiserne Laterne, die der Gasse ihren Namen gab. Und am Haus Nummer sieben siehst du in einer Nische eine seltsame Kreatur aus Stein. Das ist der Basilisk.

Die Legende spielt im Jahr 1212. Ein Bäckerlehrling will am Morgen Wasser aus dem Brunnen im Hof holen, aber der Eimer kommt nicht hoch, und ein entsetzlicher Gestank steigt aus der Tiefe. Der Bursche steigt hinab und sieht ein Wesen mit dem Kopf eines Hahns, einer Krone und dem Leib einer Kröte, mit Augen, die glühen. Ein Basilisk. Wer ihm in die Augen schaut, stirbt. Ein kluger Mann rät, ihm einen Spiegel vorzuhalten. Der Basilisk erblickt sich selbst, erschrickt vor seiner eigenen Hässlichkeit und zerspringt zu Stein.

Was steckt dahinter? Vielleicht giftige Gase aus einem alten Brunnen, die Menschen ohnmächtig werden ließen und die man sich nur mit einem Ungeheuer erklären konnte. Wiener Legenden haben oft einen erstaunlich vernünftigen Kern. Die schöne Laterne übrigens ist eine Kopie, die alte hängt im Wien Museum, sicher vor dem Wetter.

Jetzt geh durch das Tor in den Heiligenkreuzerhof, gleich nebenan. Plötzlich bist du in einer anderen Welt: ein weiter, stiller Hof, umgeben von hellen Barockfassaden, kaum ein Geräusch von der Stadt. Seit dem Mittelalter gehört dieser Hof dem Zisterzienserstift Heiligenkreuz im Wienerwald. Hier lagerten die Mönche Wein, Getreide und Holz, hier wohnte der Abt, wenn er in die Stadt kam, und hier wurde verkauft und verhandelt. Die kleine Bernardikapelle in der Ecke ist ein Barockjuwel, das man leicht übersieht.

Die großen Klöster des Landes hatten fast alle solche Höfe in der Stadt, Wirtschaftszentralen hinter den Mauern, mit eigenen Kellern und Rechten. Dieser hier ist der schönste, der übrig ist, und sogar Filmleute drehen gern in ihm. Geh jetzt die Sonnenfelsgasse nach Westen und dann durch die Bäckerstraße, bis sie sich zu einem kleinen Platz mit einem Mann aus Bronze öffnet.

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