Salztorbrücke & Donaukanal: Die größte Galerie der Stadt

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Stell dich auf die Salztorbrücke und schau hinunter auf die Ufer des Donaukanals: Kilometer um Kilometer Mauern, über und über besprüht, Gesichter, Buchstaben, Tiere, Farbe auf Farbe. Willkommen in der längsten Freiluftgalerie Wiens, in der kein Bild lange überlebt.

Key Facts

PlaceSalztorbrücke & Donaukanal: Die größte Galerie der Stadt
AddressSalztorbrücke, 1010 Wien, Austria
Geo Coordinates48.21410, 16.37430
Part of WalkFlaktürme, Mazzesinsel und Riesenrad: Die verborgene Leopoldstadt in Wien
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Stell dich auf die Salztorbrücke und schau hinunter auf die Ufer des Donaukanals: Kilometer um Kilometer Mauern, über und über besprüht, Gesichter, Buchstaben, Tiere, Farbe auf Farbe. Willkommen in der längsten Freiluftgalerie Wiens, in der kein Bild lange überlebt.

Der Donaukanal ist eigentlich kein Kanal, sondern ein alter Arm der Donau, der früher direkt an der Stadtmauer vorbeifloss. Hier legten die Schiffe an, und der Name der Brücke erinnert daran, was einst über dieses Wasser kam: das Salz, eines der wichtigsten Handelsgüter der alten Stadt, das am Salzgries gleich gegenüber umgeschlagen wurde. Erst als die Donau im neunzehnten Jahrhundert reguliert wurde, rückte der Strom selbst weiter vom Zentrum weg.

Heute gehört das Ufer der Street-Art. Die Stadt hat lange Abschnitte der Kaimauern ganz offiziell zum Sprühen freigegeben, und so entsteht hier jeden Tag etwas Neues. Was heute ein riesiges Porträt ist, kann morgen schon übermalt sein, und genau das ist der Reiz: Eine Galerie, die sich ständig selbst erneuert, mit Sprayern aus Wien und aus halb Europa. Geh im Sommer hinunter ans Wasser, da sitzen die Leute an den Lokalen am Ufer, Füße fast im Kanal, und schauen der Kunst beim Entstehen zu.

Und dann schau hinüber auf die Seite der Innenstadt, zum Morzinplatz. Dort stand das Hotel Metropole, das nach dem Anschluss 1938 zur Leitstelle der Gestapo in Wien wurde. Tausende Menschen wurden dort verhört, gefoltert, von dort in Lager geschickt. Das Gebäude wurde im Krieg schwer zerstört, und heute erinnert ein Gedenkstein an die Opfer. Das bunte Ufer und dieser stille Platz liegen nur einen Steinwurf voneinander entfernt.

So ist Wien: Selten liegt das Leichte und das Schwere so nah beieinander wie am Wasser. Geh jetzt auf der Seite der Leopoldstadt am Kanal entlang flussabwärts, bis zur nächsten Brücke, der Schwedenbrücke, wo der Verkehr und die Straßenbahnen am lautesten sind.

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