Ruprechtskirche und Bermudadreieck

Why is it significant?

Vor dir duckt sich eine kleine, schlichte Kirche aus grob behauenem Stein, mit einem gedrungenen romanischen Turm, der aussieht, als hätte er schon alles gesehen. Kein Prunk, kein Gold. Rund um sie herum Bars, Lokale, Tische auf dem Kopfsteinpflaster.

Key Facts

PlaceRuprechtskirche und Bermudadreieck
AddressRuprechtsplatz 1, 1010 Wien, Austria
Geo Coordinates48.21200, 16.37440
Part of WalkMittelalterliches Wien: Judenplatz, Bermudadreieck und verwinkelte Gassen
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Vor dir duckt sich eine kleine, schlichte Kirche aus grob behauenem Stein, mit einem gedrungenen romanischen Turm, der aussieht, als hätte er schon alles gesehen. Kein Prunk, kein Gold. Rund um sie herum Bars, Lokale, Tische auf dem Kopfsteinpflaster. Und doch ist sie, so sagt man, die älteste Kirche der Stadt.

Die Legende erzählt, Missionare aus Salzburg hätten sie um 740 gegründet. Beweisen lässt sich das nicht, aber die ältesten Teile des heutigen Baus sind romanisch, aus dem elften und zwölften Jahrhundert. Geweiht ist sie dem heiligen Rupert, dem Patron der Salzhändler. Das passt: Unten, wo heute der Verkehr am Donaukanal entlangfließt, legten die Salzschiffe an. Die Straßennamen erinnern daran, Salzgries, Salztorgasse. Rund um diesen kleinen Hügel lag der älteste Kern der mittelalterlichen Stadt, dicht am Wasser, dort, wo das Geld ankam.

Wenn sie offen ist, geh hinein und schau zum Chor. Die bunten Glasfenster dort gehören zu den ältesten Glasmalereien Wiens, aus dem späten Mittelalter. Eine winzige Kirche, die Babenberger, Habsburger, Belagerungen und Bomben überstanden hat.

Schau jetzt die Stufen hinunter, zum Morzinplatz am Kanal. Dort stand das Hotel Metropole. Von 1938 bis 1945 war es die Leitstelle der Gestapo in Wien. Tausende Menschen wurden dort verhört, gefoltert, von dort in Gefängnisse und Lager geschickt. Seit 1985 erinnert auf dem Platz ein Gedenkstein daran, mit zwei Worten, die du dir merken solltest: Niemals vergessen.

Und jetzt das Gegenteil. Die Gassen rund um die Kirche, Ruprechtsplatz, Rabensteig, Seitenstettengasse, Judengasse, heißen bei den Wienern seit den Achtzigerjahren das Bermudadreieck. Warum? Weil man hier am Abend auf ein Getränk hineingeht und, so der Schmäh, erst am nächsten Morgen wieder auftaucht. Die Lokale wechseln, aber die Gassen verlaufen noch so wie im Mittelalter, und manche Keller darunter sind viele Jahrhunderte alt. Geh jetzt über den Rabensteig hinüber zum Fleischmarkt und dort nach rechts. Du suchst eine rotgoldene Kirchenfassade und gleich daneben ein uraltes Wirtshaus.

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