Café Frauenhuber: Kaffee seit 1824
Why is it significant?
Drück die Tür in der Himmelpfortgasse auf und gib deinen Augen einen Moment, sich an das Halbdunkel zu gewöhnen. Rote Samtbänke, kleine Marmortische, Zeitungen auf Holzhaltern, und ein Ober, der dich ansieht, als hätte er schon auf dich gewartet.
Key Facts
| Place | Café Frauenhuber: Kaffee seit 1824 |
|---|---|
| Address | Himmelpfortgasse 6, 1010 Wien, Austria |
| Geo Coordinates | 48.20570, 16.37230 |
| Part of Walk | Wien mit vollem Mund: Vom Schwedenplatz zum Naschmarkt |
| Generated | Generated |
Drück die Tür in der Himmelpfortgasse auf und gib deinen Augen einen Moment, sich an das Halbdunkel zu gewöhnen. Rote Samtbänke, kleine Marmortische, Zeitungen auf Holzhaltern, und ein Ober, der dich ansieht, als hätte er schon auf dich gewartet.
Das Café Frauenhuber gilt als eines der ältesten Kaffeehäuser Wiens. Seit 1824 wird hier Kaffee ausgeschenkt, und viele nennen es das älteste, das bis heute ohne Unterbrechung offen hat. Seinen Namen bekam es von einem späteren Wirt namens Frauenhuber, der es gegen Ende des 19. Jahrhunderts übernahm. Vorher aber war in diesem Haus etwas ganz anderes untergebracht: die Gaststätte des Hoftraiteurs Ignaz Jahn, ein Feinkostwirt mit einem Saal für Bälle und Konzerte. Jahn hatte Gespür für sein Publikum: Bei ihm konnte man speisen, tanzen und Musik hören, alles unter einem Dach.
Und in diesem Saal trat im März 1791 Mozart auf, es war einer seiner letzten öffentlichen Auftritte als Pianist, nur Monate vor seinem Tod. Auch der junge Beethoven soll hier wenige Jahre später gespielt haben. Stell dir das vor: Kerzenlicht, Wiener Bürger mit Gläsern in der Hand, am Klavier zwei Männer, die die Musik verändern würden... und nebenan in der Küche wurde gebraten und gerührt.
Wie der Kaffee überhaupt nach Wien kam, darüber erzählen die Wiener gern eine Heldengeschichte. Nach der Türkenbelagerung von 1683 soll ein Kundschafter namens Kolschitzky die zurückgelassenen Kaffeesäcke der Osmanen bekommen und das erste Kaffeehaus eröffnet haben. Belegt ist etwas anderes: 1685 erhielt ein Armenier namens Johannes Diodato das Privileg, in Wien Kaffee auszuschenken. Die Legende ist schöner, die Urkunde ist ehrlicher, und beides gehört zu dieser Stadt.
Bestell hier ruhig eine Melange, und sag bitte nie einfach Kaffee mit Milch. Eine Melange ist ein Mokka mit heißer Milch und Milchschaum, und wer einen Einspänner will, bekommt Schlagobers obendrauf, serviert im Glas. Dann geh zurück zur Kärntner Straße und weiter Richtung Oper, bis sich rechts ein weiter Platz öffnet. Dort, zwischen Palais und Mahnmal, steht ein kleiner Stand, der für viele Wiener wichtiger ist als jede Haubenküche.