Naschmarkt: Ein Markt über dem Fluss

Why is it significant?

Atme einmal tief ein, mitten auf dem Naschmarkt. Oliven und Essiggurken, frisches Brot, gebratener Fisch, Gewürze in offenen Säcken, Zimt, Paprika, Kardamom. Links und rechts reihen sich die Stände mit ihren grünen Dächern und Markisen, und an jeder zweiten Ecke hält dir jemand eine Kostprobe hin.

Key Facts

PlaceNaschmarkt: Ein Markt über dem Fluss
AddressNaschmarkt, 1060 Wien, Austria
Geo Coordinates48.19780, 16.36150
Part of WalkWien mit vollem Mund: Vom Schwedenplatz zum Naschmarkt
GeneratedGenerated

Open the walk

Atme einmal tief ein, mitten auf dem Naschmarkt. Oliven und Essiggurken, frisches Brot, gebratener Fisch, Gewürze in offenen Säcken, Zimt, Paprika, Kardamom. Links und rechts reihen sich die Stände mit ihren grünen Dächern und Markisen, und an jeder zweiten Ecke hält dir jemand eine Kostprobe hin.

Einen Markt gibt es in dieser Gegend seit dem späten 18. Jahrhundert. Damals hieß er Aschenmarkt, und woher dieser Name kommt, ist bis heute nicht ganz geklärt. Eine beliebte Erklärung führt zu den Milchkübeln aus Eschenholz, die man Asch nannte, denn anfangs wurde hier vor allem Milch verkauft. Im 19. Jahrhundert setzte sich dann der Name Naschmarkt durch, und der passt natürlich wunderbar zu einem Ort, an dem man von Stand zu Stand nascht. Naschen heißt auf Wienerisch so viel wie von etwas Gutem kosten, ein bisschen hier, ein bisschen dort.

Das Verrückte ist: Du stehst gerade über einem Fluss. Unter dem Markt fließt der Wienfluss, der der Stadt ihren Namen gab. Um 1900 wurde er beim Bau der Stadtbahn hier eingewölbt, also überdeckt, und auf dem neuen Gewölbe bekam der Markt seinen heutigen Platz. Die einheitlichen Stände entstanden in den Jahren danach. Otto Wagner hatte an dieser Stelle von einem Prachtboulevard bis nach Schönbrunn geträumt. Gebaut wurde stattdessen ein Markt, und vielleicht war das die bessere Idee.

Der Naschmarkt ist ein Spiegel der Stadt. Früher kamen Bäuerinnen aus dem Umland mit Gemüse, Eiern und Butter. Heute verkaufen Familien mit Wurzeln in der Türkei, am Balkan, in Asien und im Nahen Osten neben alteingesessenen Wiener Standlern. Und Wien ist eine der wenigen Großstädte, in deren Grenzen noch ernsthaft Gemüse angebaut wird, mit eigenen Weinbergen dazu, aus denen der Wiener Gemischte Satz kommt, ein Wein aus mehreren Rebsorten, die im selben Weingarten wachsen und gemeinsam gelesen werden.

Geh nun weiter durch die Marktgassen stadtauswärts, immer über dem Fluss, der unter deinen Füßen verborgen fließt, bis zum Ende des Marktes bei der Kettenbrückengasse. Unterwegs riechst du Falafel, frischen Fisch und Kaffee, manchmal alles gleichzeitig. Dort wartet das letzte Kapitel dieses Spaziergangs, und es ist ein ziemlich buntes.

Nearby stories