Stadtpark: Der goldene Johann Strauss und der Kursalon
Why is it significant?
Da ist er, und du kannst ihn nicht übersehen: ein Mann ganz in Gold, die Geige unters Kinn geklemmt, den Bogen erhoben, mitten im Spiel erstarrt. Hinter ihm wölbt sich ein weißer Marmorbogen voller schwebender, tanzender Figuren.
Key Facts
| Place | Stadtpark: Der goldene Johann Strauss und der Kursalon |
|---|---|
| Address | Stadtpark, Parkring, 1010 Wien, Austria |
| Geo Coordinates | 48.20380, 16.37920 |
| Part of Walk | Wien klingt: Auf den Spuren von Mozart, Beethoven, Strauss und Schubert |
| Generated | Generated |
Da ist er, und du kannst ihn nicht übersehen: ein Mann ganz in Gold, die Geige unters Kinn geklemmt, den Bogen erhoben, mitten im Spiel erstarrt. Hinter ihm wölbt sich ein weißer Marmorbogen voller schwebender, tanzender Figuren. Und ein paar Schritte entfernt, am Rand der Wiese, steht ein heller Bau im Stil der italienischen Renaissance, mit Terrassen und Balustraden: der Kursalon.
Als der Stadtpark 1862 eröffnet wurde, auf dem Gelände vor der alten Stadtmauer, wollte man hier eine Kuranlage. Der Kursalon, 1867 eröffnet, war als Trinkhalle gedacht: Die Wienerinnen und Wiener sollten hereinspazieren und Heilwasser trinken, für die Verdauung und die Nerven. Das Konzept hatte nur einen Haken... die Leute wollten lieber Musik als Mineralwasser.
Und Musik bekamen sie. Am 15. Oktober 1868 dirigierte im Kursalon Johann Strauss Sohn, und bald gehörten die Promenadenkonzerte hier zum Wiener Sommer. Die Familie Strauss war ein regelrechtes Unternehmen: Johann und seine Brüder Josef und Eduard, Orchester, Ballsäle, Notenverlage. Dabei hatte der Vater, selbst ein gefeierter Walzerkomponist, seinem Sohn die Musikerlaufbahn verboten. Der Sohn hat ihn am Ende übertroffen.
Sein berühmtestes Stück begann übrigens holprig. An der schönen blauen Donau wurde im Februar 1867 als Chorwalzer für den Wiener Männergesang-Verein uraufgeführt, mit einem eher ulkigen Text, und der Beifall war freundlich, aber kein Triumph. Erst als Orchesterwalzer, im selben Jahr bei der Weltausstellung in Paris, wurde er zum Welterfolg. Heute gilt er als heimliche Hymne Österreichs. Das goldene Denkmal von Edmund Hellmer wurde erst 1921 enthüllt, mehr als zwanzig Jahre nach Strauss' Tod.
Schau dich im Park ruhig um, denn Strauss ist hier nicht allein: Franz Schubert sitzt in weißem Marmor, Anton Bruckner hat eine Büste, Franz Lehár ein Denkmal. Der Stadtpark ist so etwas wie eine Ehrenhalle der Wiener Musik, nur mit Enten und Vogelgezwitscher. Und durch den Park fließt, gut gezähmt in einem steinernen Bett, der Wienfluss. Folge ihm nach Süden und verlass den Park Richtung Lothringerstraße, zum jüngeren der beiden großen Konzerthäuser.