Wiener Konzerthaus: Der Rivale von 1913
Why is it significant?
Vor dir liegt ein mächtiger, heller Bau mit hohen Fenstern und zurückhaltendem Dekor aus der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg, Wand an Wand mit einem Eislaufplatz, auf dem im Winter Hunderte ihre Runden drehen. Klassik und Kufen nebeneinander... das gibt es so wohl nur in Wien.
Key Facts
| Place | Wiener Konzerthaus: Der Rivale von 1913 |
|---|---|
| Address | Lothringerstraße 20, 1030 Wien, Austria |
| Geo Coordinates | 48.20060, 16.37760 |
| Part of Walk | Wien klingt: Auf den Spuren von Mozart, Beethoven, Strauss und Schubert |
| Generated | Generated |
Vor dir liegt ein mächtiger, heller Bau mit hohen Fenstern und zurückhaltendem Dekor aus der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg, Wand an Wand mit einem Eislaufplatz, auf dem im Winter Hunderte ihre Runden drehen. Klassik und Kufen nebeneinander... das gibt es so wohl nur in Wien. Das Wiener Konzerthaus wurde am 19. Oktober 1913 eröffnet, in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph. Der Kaiser war damals 83 Jahre alt und regierte seit 1848, das Haus aber schaute schon ganz in die Zukunft.
Die Idee dahinter war fast ein Gegenprogramm zum Musikverein ein paar hundert Meter weiter. Dort spielte man für die feine Gesellschaft und die Kenner. Das Konzerthaus sollte offener sein, ein Haus für Musik, Gesang und Volksbildung, für ein breiteres bürgerliches Publikum. Gebaut haben es Ferdinand Fellner und Hermann Helmer, das Theater-Duo, das Dutzende Bühnen zwischen Hamburg und Odessa errichtet hat, gemeinsam mit Ludwig Baumann.
Das Geniale ist die Aufteilung. Unter einem Dach liegen mehrere Säle, der Große Saal, der Mozart-Saal und der Schubert-Saal, die gleichzeitig bespielt werden können, ohne dass einer den anderen hört. Ein großes Orchester, ein Streichquartett und ein Liederabend, alles am selben Abend, im selben Haus. 1913 war das eine kleine technische Sensation, und es funktioniert bis heute.
Zur Eröffnung erklang ein eigens komponiertes Festliches Präludium von Richard Strauss, der mit der Walzerfamilie übrigens nicht verwandt war. Und das Haus wurde bald zum Ort für das Neue: moderne Musik, Jazz, später die Avantgarde. Die Wiener Symphoniker, das zweite große Orchester der Stadt, sind hier zu Hause, und im selben Gebäudekomplex spielt das Akademietheater, die zweite Bühne des Burgtheaters.
Über Musikverein und Konzerthaus wird in Wien gern gestritten, und manche Abonnenten schwören ein Leben lang nur auf das eine Haus. Bilde dir gleich selbst ein Urteil. Geh die Lothringerstraße entlang Richtung Karlsplatz, über den Schwarzenbergplatz hinweg, und halte dich vor dem Karlsplatz rechts. Da steht das Haus mit dem vielleicht berühmtesten Konzertsaal der Welt.