Mozarthaus: Die Figaro-Wohnung in der Domgasse

Why is it significant?

Du stehst in einer schmalen, leicht gekrümmten Gasse, keine zwei Minuten hinter dem Stephansdom, vor einem schlichten, hohen Bürgerhaus. Kein Prunk, kein Gold, nur ein Tor und eine Tafel.

Key Facts

PlaceMozarthaus: Die Figaro-Wohnung in der Domgasse
AddressDomgasse 5, 1010 Wien, Austria
Geo Coordinates48.20820, 16.37490
Part of WalkWien klingt: Auf den Spuren von Mozart, Beethoven, Strauss und Schubert
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Du stehst in einer schmalen, leicht gekrümmten Gasse, keine zwei Minuten hinter dem Stephansdom, vor einem schlichten, hohen Bürgerhaus. Kein Prunk, kein Gold, nur ein Tor und eine Tafel. Und doch hat hier, ein paar Stockwerke über dem Pflaster, der berühmteste Mieter Wiens die glücklichsten Jahre seines Lebens verbracht.

Wolfgang Amadeus Mozart zog im Herbst 1784 mit seiner Frau Constanze ein und blieb bis zum Frühjahr 1787. Für seine Verhältnisse war das eine Ewigkeit, denn in seinen zehn Wiener Jahren ist er rund ein Dutzend Mal umgezogen. Die Wohnung war groß, mit mehreren Zimmern und Stuckdecken, und sie war teuer. Mozart verdiente in diesen Jahren glänzend, mit Konzerten, Klavierschülern und Verlegern... und er gab es ebenso glänzend wieder aus.

Was in diesen Räumen entstanden ist, liest sich wie ein Kapitel Musikgeschichte: mehrere seiner großen Klavierkonzerte, Streichquartette und vor allem Le nozze di Figaro, die Hochzeit des Figaro, uraufgeführt am 1. Mai 1786 im alten Burgtheater am Michaelerplatz. Eine Oper über einen Kammerdiener, der seinen Grafen austrickst... im Wien Josephs des Zweiten war das ziemlich frech, und das Publikum liebte es.

Im Februar 1785 kam Vater Leopold aus Salzburg zu Besuch und wohnte gleich mit hier. An einem Abend spielte man Quartette, und unter den Gästen saß Joseph Haydn. Danach nahm Haydn den Vater beiseite und sagte ihm, vor Gott und als ehrlicher Mann: Ihr Sohn ist der größte Komponist, den ich kenne. Leopold hat den Satz in einem Brief an seine Tochter Nannerl festgehalten. Stell dir vor, was das für einen Vater bedeutet hat, der seinem Sohn jahrelang Leichtsinn vorgeworfen hatte.

Heute ist das Haus ein Museum, eröffnet 2006 zum 250. Geburtstag Mozarts, und es ist die einzige seiner Wiener Wohnungen, die noch steht. Alle anderen sind abgerissen oder bis zur Unkenntlichkeit umgebaut. Vergiss beim Weitergehen nicht: Keine fünf Jahre nach dem Auszug war Mozart tot, mit 35. Geh jetzt durch die kurze Blutgasse hinunter zur Singerstraße, zu einem Haus, in dem seine Wiener Geschichte mit einem Fußtritt begonnen hat.

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