Hochstrahlbrunnen & Heldendenkmal: Wasser, Krieg und ein umbenannter Platz
Why is it significant?
Hör einmal hin... das Rauschen, das den Verkehrslärm des Schwarzenbergplatzes übertönt, kommt vom Hochstrahlbrunnen. Und das, was hinter ihm aufragt, ein Soldat mit Fahne und Helm auf einer hohen Säule vor einem halbrunden Säulengang, ist das Heldendenkmal der Roten Armee.
Key Facts
| Place | Hochstrahlbrunnen & Heldendenkmal: Wasser, Krieg und ein umbenannter Platz |
|---|---|
| Address | Schwarzenbergplatz, 1030 Wien, Austria |
| Geo Coordinates | 48.19820, 16.37620 |
| Part of Walk | Vom Karlsplatz zu Klimts Kuss: Belvedere, Schwarzenbergplatz und die Kunst der Macht in Wien |
| Generated | Generated |
Hör einmal hin... das Rauschen, das den Verkehrslärm des Schwarzenbergplatzes übertönt, kommt vom Hochstrahlbrunnen. Und das, was hinter ihm aufragt, ein Soldat mit Fahne und Helm auf einer hohen Säule vor einem halbrunden Säulengang, ist das Heldendenkmal der Roten Armee. Zwei Monumente, Rücken an Rücken, und doch aus zwei völlig verschiedenen Welten.
Der Brunnen ist ein Fest, ein Freudenschrei aus Wasser. Er wurde 1873 eingeweiht, um die Erste Wiener Hochquellenwasserleitung zu feiern. Bis dahin tranken viele Wiener verseuchtes Brunnenwasser, und Cholera und Typhus kamen regelmäßig zu Besuch. Dann floss Quellwasser aus den Alpen, von Rax und Schneeberg, rund hundert Kilometer weit, allein durch das natürliche Gefälle, ohne eine einzige Pumpe. Bis heute kommt es kalt und klar aus der Leitung, und die Wiener sind darauf mindestens so stolz wie auf ihren Wein.
Achte auf die Fontänen, die rund um das Becken springen. Man erzählt sich, der Brunnen sei ein Kalender: Die vielen kleinen Strahlen stünden für die Tage des Jahres, andere für die Wochen, die Monate, die Stunden eines Tages. Ob die Planer das wirklich so gemeint haben oder ob die Wiener es sich später zurechtgelegt haben, ist eine hübsche offene Frage.
Das Denkmal dahinter erzählt vom April 1945, als die Rote Armee in schweren Kämpfen Wien einnahm und tausende sowjetische Soldaten fielen. Enthüllt wurde es schon im August 1945, und von 1946 bis 1956 hieß dieser Ort sogar Stalinplatz. Für viele Wienerinnen und Wiener bedeutete das Kriegsende die Befreiung vom NS-Regime und zugleich Plünderungen und Gewalt durch Soldaten. Darum steht das Denkmal bis heute zwischen Dank und Unbehagen. Im Staatsvertrag von 1955 hat sich Österreich verpflichtet, solche Kriegsdenkmäler zu schützen, und es pflegt dieses bis heute.
Dreh dich kurz um, ganz am anderen Ende des Platzes sitzt ein Feldherr auf seinem Bronzepferd, zu ihm kommen wir gleich. Denn hinter dem Säulengang, halb verborgen zwischen Bäumen, liegt das Palais seiner Familie. Geh am Denkmal vorbei nach Süden, dorthin, wo ein schmiedeeisernes Gitter den Blick auf eine Barockfassade freigibt.