Servitenkirche: Ein Oval vor den Toren der Stadt
Why is it significant?
Am Ende der Servitengasse öffnet sich ein kleiner, ruhiger Platz, mit Bäumen, Tischen im Freien und einer hellen Kirchenfassade mit zwei Türmen. Das ganze Grätzl wirkt wie ein Dorf mitten in der Stadt, und die Wiener nennen es auch liebevoll so: das Servitenviertel.
Key Facts
| Place | Servitenkirche: Ein Oval vor den Toren der Stadt |
|---|---|
| Address | Servitengasse 9, 1090 Wien, Austria |
| Geo Coordinates | 48.22070, 16.36360 |
| Part of Walk | Freud, Forscher und der Narrenturm: Wiens Wissenschaftsviertel Alsergrund |
| Generated | Generated |
Am Ende der Servitengasse öffnet sich ein kleiner, ruhiger Platz, mit Bäumen, Tischen im Freien und einer hellen Kirchenfassade mit zwei Türmen. Das ganze Grätzl wirkt wie ein Dorf mitten in der Stadt, und die Wiener nennen es auch liebevoll so: das Servitenviertel. Kaum ein Tourist verirrt sich hierher.
Die Kirche wurde zwischen 1651 und 1677 für den Orden der Serviten gebaut, damals weit draußen vor der Stadtmauer, zwischen Wiesen und Auen der Rossau. Wenn du hineingehst, achte auf den Grundriss: Das Kirchenschiff ist kein Rechteck, sondern ein Oval. Das war in Wien damals neu, die Servitenkirche gilt als der erste Kirchenbau dieser Art in der Stadt. Spätere Barockbaumeister griffen die Idee auf, und ohne dieses Oval sähen Peterskirche und Karlskirche vielleicht anders aus.
Wer waren diese Serviten überhaupt? Der Orden, die Diener Mariens, entstand im 13. Jahrhundert in Florenz, gegründet von sieben wohlhabenden Bürgern, die ihr Vermögen aufgaben und ein Leben in Armut wählten. Von Italien aus kam der Orden in den Norden, und hier in Wien bekamen sie ihre Kirche und ihr Kloster, das bis heute neben der Kirche steht. Drinnen erwartet dich frühes Barock, schwer und prächtig, mit Stuck und Fresken, aber noch nicht so verspielt wie später.
In einer Seitenkapelle wird der heilige Peregrin Laziosi verehrt, ein Servit aus Italien. Der Legende nach sollte ihm ein krankes Bein abgenommen werden, doch in der Nacht vor der Operation sei er nach einem Gebet geheilt aufgewacht. Seither gilt er als Schutzpatron der Menschen mit Fußleiden und der Krebskranken, und rund um seinen Gedenktag Anfang Mai kommen bis heute Gläubige hierher. Medizin und Glaube liegen in diesem Viertel eben nah beieinander.
Gönn dir noch einen Moment Stille auf dem Platz. Von hier ist es nicht weit zu einem der prächtigsten Paläste Wiens, der sich hinter einer langen Mauer versteckt. Geh nach Westen zur Liechtensteinstraße und biege in die Fürstengasse, wo sich ein großes Tor zu einem Barockgarten öffnet.