Gartenpalais Liechtenstein: Ein Fürst und sein Vorstadtparadies

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Hinter dem Tor in der Fürstengasse weitet sich der Blick: ein streng symmetrischer Barockpalast, davor ein Garten mit Kieswegen, Hecken und Rasenflächen. Mitten im dicht bebauten neunten Bezirk liegt dieser grüne Raum wie ein Geheimnis.

Key Facts

PlaceGartenpalais Liechtenstein: Ein Fürst und sein Vorstadtparadies
AddressFürstengasse 1, 1090 Wien, Austria
Geo Coordinates48.22280, 16.36010
Part of WalkFreud, Forscher und der Narrenturm: Wiens Wissenschaftsviertel Alsergrund
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Hinter dem Tor in der Fürstengasse weitet sich der Blick: ein streng symmetrischer Barockpalast, davor ein Garten mit Kieswegen, Hecken und Rasenflächen. Mitten im dicht bebauten neunten Bezirk liegt dieser grüne Raum wie ein Geheimnis. Das Gartenpalais Liechtenstein entstand um 1700 als Sommersitz einer der reichsten Familien Europas.

Bauherr war Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein, ein Mann, der Geld vermehren konnte wie kaum ein anderer und es gern in Kunst steckte. Er kaufte hier draußen Gründe, legte gleich nebenan eine eigene Siedlung an, das Lichtental, mit einem Brauhaus, und ließ sich dazu nach Plänen von Domenico Martinelli einen Palast bauen. Das kleine Land am Rhein trägt übrigens bis heute den Namen dieser Familie, nicht umgekehrt. Und die Familie wiederum hat ihren Namen von der Burg Liechtenstein bei Maria Enzersdorf, gleich südlich von Wien.

Das Herzstück ist der Herkulessaal, einer der größten weltlichen Barocksäle Wiens. An die Decke malte Andrea Pozzo, ein Jesuitenbruder und Meister der Illusionsmalerei, die Aufnahme des Herkules in den Olymp. Pozzo konnte flache Decken in schwindelerregende Himmel verwandeln. Wer darunter steht und den Kopf in den Nacken legt, verliert kurz das Gefühl dafür, wo die Decke aufhört und der Himmel beginnt... Optik und Perspektive als Kunst, ganz im Geist einer Zeit, die die Wissenschaft des Sehens gerade neu entdeckte.

Das Palais hatte ein bewegtes 20. Jahrhundert. Ab 1938 lebte die Fürstenfamilie in Vaduz, und gegen Kriegsende wurde ein großer Teil der berühmten Kunstsammlung dorthin gebracht. Von 1979 bis 2001 war hier das Museum moderner Kunst untergebracht, Pop-Art und Wiener Aktionismus unter barocken Fresken. Danach kehrten Werke der fürstlichen Sammlung zurück, darunter Gemälde von Rubens, und heute dient das Palais vor allem für Führungen und Veranstaltungen.

Geh zurück zur Liechtensteinstraße und ein kurzes Stück nach Südwesten. Dort wartet eine Treppe, die durch einen Roman unsterblich wurde, und sie ist wohl die schönste Abkürzung im ganzen Bezirk.

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