Santi Apostoli: Der Vater der Königin von Zypern
Why is it significant?
Auf dem Campo Santi Apostoli ist plötzlich wieder Betrieb: Menschen mit Rollkoffern und Einkaufstaschen, Schulkinder, Lieferanten mit Sackkarren, alle auf dem Weg zwischen Bahnhof und Rialto. Über allem ragt ein schlanker Campanile auf, im 17. Jahrhundert vollendet.
Key Facts
| Place | Santi Apostoli: Der Vater der Königin von Zypern |
|---|---|
| Address | Campo dei Santi Apostoli, Cannaregio, 30121 Venezia VE, Italy |
| Geo Coordinates | 45.44050, 12.33670 |
| Part of Walk | Venedig abseits der Massen: Cannaregio, das Ghetto und Tintorettos Viertel |
| Generated | Generated |
Auf dem Campo Santi Apostoli ist plötzlich wieder Betrieb: Menschen mit Rollkoffern und Einkaufstaschen, Schulkinder, Lieferanten mit Sackkarren, alle auf dem Weg zwischen Bahnhof und Rialto. Über allem ragt ein schlanker Campanile auf, im 17. Jahrhundert vollendet. Die Kirche selbst wirkt schlicht, fast versteckt. Geh trotzdem hinein, denn drinnen liegt eine Familiengeschichte, die bis nach Zypern reicht.
Eine Legende erzählt, im siebten Jahrhundert seien die zwölf Apostel dem heiligen Magnus, einem Bischof aus Oderzo auf dem Festland, im Traum erschienen und hätten ihm diesen Ort gezeigt. So entstand der Überlieferung nach eine der ältesten Pfarreien Venedigs. Die Kirche, die du heute siehst, wurde allerdings im 16. Jahrhundert neu gebaut und im 18. noch einmal umgestaltet.
Auf der rechten Seite öffnet sich die Cappella Corner, eine elegante Grabkapelle der Frührenaissance. Hier liegt Marco Corner, der Vater von Caterina Cornaro. Caterina wurde als junges Mädchen mit dem König von Zypern verheiratet, wurde Witwe, wurde Königin, und 1489 musste sie ihre Insel an die Republik abtreten. Zum Trost bekam sie das Städtchen Asolo im Hinterland, wo sie einen kleinen Hof voller Dichter hielt. Nach ihrem Tod wurde sie zunächst hier in der Familienkapelle beigesetzt.
Am Altar der Kapelle hängt ein Bild von Giambattista Tiepolo, die letzte Kommunion der heiligen Lucia. Die Heilige sitzt da, bleich, verwundet, und neigt sich dem Priester entgegen, mit einer Ruhe, die mehr sagt als jedes Blut. Und noch eine Geschichte gehört zu diesem Ort: Gleich an der Brücke über den Kanal steht ein Palast, den die Überlieferung dem Dogen Marino Falier zuschreibt. Er wurde 1355 wegen Verschwörung gegen die Republik enthauptet.
Von hier folgst du der Strada Nova nach Westen, an Obstständen und Bäckereien vorbei, und biegst nach links in die schmale Calle Ca' d'Oro. Sie führt dich hinunter zum Canal Grande, zu einem Palast, der einst wirklich vergoldet war. Die Strada Nova selbst ist die breiteste Straße von Cannaregio, und am Ende dieses Spaziergangs erfährst du, warum sie so gar nicht venezianisch aussieht.