Pescaria – der Fischmarkt am Rialto

Why is it significant?

Hörst du es? Händler, die ihre Ware ausrufen, das Scheppern von Eiskisten, Möwen, die auf ihre Chance lauern. Unter den hohen neugotischen Bögen der Pescaria liegt auf langen Tischen, was die Lagune und die Adria an diesem Morgen hergegeben haben.

Key Facts

PlacePescaria – der Fischmarkt am Rialto
AddressCampo de la Pescaria, San Polo, 30125 Venezia VE, Italy
Geo Coordinates45.44000, 12.33430
Part of WalkVenedig für Genießer: Rialto-Märkte, Bacari und Cicchetti
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Hörst du es? Händler, die ihre Ware ausrufen, das Scheppern von Eiskisten, Möwen, die auf ihre Chance lauern. Unter den hohen neugotischen Bögen der Pescaria liegt auf langen Tischen, was die Lagune und die Adria an diesem Morgen hergegeben haben. Fisch wird an dieser Stelle seit dem Mittelalter verkauft, doch die Halle ist jünger, als sie aussieht: Sie wurde 1907 eröffnet, entworfen von Domenico Rupolo gemeinsam mit dem Maler Cesare Laurenti im Stil der alten gotischen Loggien.

Schau dir die Steinmetzarbeiten genau an: Zwischen den gotisch anmutenden Formen tauchen Meerestiere auf, Fische, Krebse, Muscheln. Und am Markt erinnert eine alte Steintafel daran, dass die Republik Mindestgrößen festlegte, unter denen ein Fisch nicht verkauft werden durfte. Nachhaltigkeit, Jahrhunderte bevor es das Wort gab.

Was hier liegt, wechselt mit den Jahreszeiten, und genau das ist der Reiz. Im Frühjahr und im Herbst die moeche, kleine Krebse, die sich gerade gehäutet haben und mit weichem Panzer frittiert und ganz gegessen werden, eine Spezialität der Lagune. Dazu schie, winzige graue Garnelen, folpi, Seezungen, Sardinen und die großen Jakobsmuscheln, die capesante. Frag ruhig, was heute gut ist. Die Antwort ist oft ein kleiner Vortrag.

Doch der Markt kämpft. Immer weniger Menschen wohnen in der Altstadt, immer weniger kaufen hier ein, und die Zahl der Stände ist über die Jahrzehnte deutlich geschrumpft. Auch die Lagune selbst steht unter Druck: durch Erosion, steigende Temperaturen und Neuankömmlinge wie die Blaukrabbe, die sich in den letzten Jahren in der nördlichen Adria stark ausgebreitet hat und den Muschelzüchtern schwer zu schaffen macht.

Am frühen Morgen siehst du hier auch die Köche der Stadt beim Einkaufen. Und gleich daneben setzt der traghetto über, eine Gondelfähre, in der die Venezianer traditionell stehend über den Canal Grande fahren. Wir aber bleiben auf dieser Seite. Geh am Wasser entlang nach Süden, an den Obst- und Gemüseständen der Erberia vorbei, bis zu der kleinen Kirche mit der großen Uhr: San Giacomo di Rialto.

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