Campo San Giacomo di Rialto – Gobbo, Goldschmiede und Erberia
Why is it significant?
Du stehst auf dem Campo San Giacomo di Rialto, umgeben von Arkaden, Marktständen und einer winzigen Kirche mit einer riesigen Uhr. San Giacomo, die Venezianer sagen liebevoll San Giacometo, soll der Legende nach im Jahr 421 gegründet worden sein, am selben Tag wie Venedig selbst.
Key Facts
| Place | Campo San Giacomo di Rialto – Gobbo, Goldschmiede und Erberia |
|---|---|
| Address | Campo San Giacomo di Rialto, San Polo, 30125 Venezia VE, Italy |
| Geo Coordinates | 45.43870, 12.33510 |
| Part of Walk | Venedig für Genießer: Rialto-Märkte, Bacari und Cicchetti |
| Generated | Generated |
Du stehst auf dem Campo San Giacomo di Rialto, umgeben von Arkaden, Marktständen und einer winzigen Kirche mit einer riesigen Uhr. San Giacomo, die Venezianer sagen liebevoll San Giacometo, soll der Legende nach im Jahr 421 gegründet worden sein, am selben Tag wie Venedig selbst. Das ist eine schöne Erfindung, aber die Kirche gehört trotzdem zu den ältesten der Stadt.
Geh um die Kirche herum zur Apsis: Dort mahnt eine lateinische Inschrift die Kaufleute, ehrlich zu wiegen, gerechte Verträge zu schließen und nicht zu betrügen. Mehr Wirtschaftsethik passt kaum auf eine Mauer. Unter diesen Arkaden saßen die Geldwechsler und Bankiers an ihren Tischen, den banchi, und 1587 entstand hier mit dem Banco della Piazza di Rialto eine der ersten öffentlichen Banken Europas.
Auf der anderen Seite des Platzes kauert eine Steinfigur unter einer kleinen Treppe: der Gobbo di Rialto, der Bucklige, 1541 von Pietro da Salò gemeißelt. Von dem Podest über ihm wurden die Gesetze der Republik verlesen. Und wer wegen kleiner Vergehen verurteilt war, so heißt es, musste nackt vom Markusplatz bis hierher laufen, unter Spott und Schlägen, und durfte erst aufatmen, wenn er den Gobbo küsste.
Von der Brücke her führt die Ruga degli Oresi auf den Platz, die Gasse der Goldschmiede, und dahinter, am Wasser, liegt die Erberia, der Gemüsemarkt. Im Frühling gibt es dort die castraure, die ersten kleinen Artischockenknospen von der Laguneninsel Sant'Erasmo, im Winter den roten, bitteren Radicchio aus Treviso. Gold, Geld, Gemüse und Fisch auf ein paar hundert Metern: Das war der Bauch und die Brieftasche Venedigs.
Damit endet unser Rundgang, genau dort, wo ein guter Tag in Venedig enden sollte: an einer Theke. Gönn dir eine ombra, ein Stück Brot mit baccalà mantecato oder ein paar sarde in saor, und schau den Händlern zu, wie sie ihre Stände abbauen. Der Fondaco dei Tedeschi, wo alles begann, liegt nur ein paar Schritte entfernt auf der anderen Seite der Brücke. Salute, wie man hier sagt.