Ca' d'Oro: Das goldene Haus am Canal Grande

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Am Ende der schmalen Calle stehst du vor einem unscheinbaren Tor. Wenn du das Museum betrittst und bis zur Loggia am Canal Grande gehst, siehst du von innen, was die Gondolieri von außen bewundern: Bögen wie aus Spitze, feines Maßwerk, Zinnen wie aus Zuckerguss.

Key Facts

PlaceCa' d'Oro: Das goldene Haus am Canal Grande
AddressCalle di Ca' d'Oro, Cannaregio 3932, 30121 Venezia VE, Italy
Geo Coordinates45.44090, 12.33390
Part of WalkVenedig abseits der Massen: Cannaregio, das Ghetto und Tintorettos Viertel
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Am Ende der schmalen Calle stehst du vor einem unscheinbaren Tor. Wenn du das Museum betrittst und bis zur Loggia am Canal Grande gehst, siehst du von innen, was die Gondolieri von außen bewundern: Bögen wie aus Spitze, feines Maßwerk, Zinnen wie aus Zuckerguss. Das ist die Ca' d'Oro, das goldene Haus, einer der schönsten gotischen Paläste der Welt.

Gebaut wurde sie etwa zwischen 1421 und 1440 für den Kaufmann Marino Contarini, und er wollte, dass ganz Venedig hinschaut. Die Fassade war mit Blattgold belegt, Teile waren mit Ultramarin und Rot bemalt, Ultramarin war damals eines der kostbarsten Pigmente überhaupt. Dass wir von dem Gold überhaupt wissen, verdanken wir erhaltenen Bauabrechnungen. In der Sonne muss der Palast geleuchtet haben wie ein Reliquienschrein. Heute ist die Farbe verschwunden, nur der Name ist geblieben.

Dann kamen schlechte Zeiten. Der Palast wechselte die Besitzer, und im 19. Jahrhundert ließ ihn die berühmte Ballerina Maria Taglioni umbauen. Dabei verschwanden die gotische Freitreppe im Hof und der kostbare Brunnenkopf, der verkauft wurde. Ein Kunstwerk, zerlegt in Einzelteile wie ein altes Möbelstück, und niemand schien es zu stören. Erst Jahrzehnte später begriff man, was da verloren gegangen war.

Gerettet hat ihn Baron Giorgio Franchetti. Er kaufte die Ca' d'Oro 1894, holte den alten Brunnenkopf zurück, restaurierte jahrelang und schenkte den Palast 1916 mit seiner ganzen Sammlung dem italienischen Staat. Heute ist hier die Galleria Franchetti, und ihr berühmtestes Werk ist Andrea Mantegnas heiliger Sebastian, von Pfeilen durchbohrt, mit einem Blick, der dich nicht loslässt. Ein Sammler, der einem Palast sein Gold zurückgab, wenn auch nicht auf der Fassade.

Geh nun zurück zur Strada Nova und folge ihr weiter nach Westen. Nach ein paar Minuten öffnet sie sich zu einem kleinen Campo mit dem Bronzedenkmal eines Mönchs, gleich neben einer Brücke. Dort endet unser Weg, mit einem Attentat und einem Wortspiel. Unterwegs lohnt ein Blick auf die Obststände und Bäckereien: Die Strada Nova ist die Einkaufsstraße der Venezianer, nicht nur der Besucher.

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