Riva del Vin – das Weinufer
Why is it significant?
Du stehst jetzt auf der Riva del Vin, dem Weinufer, einem der wenigen Abschnitte, an denen man direkt am Canal Grande entlanglaufen kann. Gegenüber liegt die Riva del Ferro, das Eisenufer, und schon die Namen verraten es: Hier legten die Lastkähne an, und hier rollten die Fässer an Land.
Key Facts
| Place | Riva del Vin – das Weinufer |
|---|---|
| Address | Riva del Vin, San Polo, 30125 Venezia VE, Italy |
| Geo Coordinates | 45.43750, 12.33460 |
| Part of Walk | Venedig für Genießer: Rialto-Märkte, Bacari und Cicchetti |
| Generated | Generated |
Du stehst jetzt auf der Riva del Vin, dem Weinufer, einem der wenigen Abschnitte, an denen man direkt am Canal Grande entlanglaufen kann. Gegenüber liegt die Riva del Ferro, das Eisenufer, und schon die Namen verraten es: Hier legten die Lastkähne an, und hier rollten die Fässer an Land.
Wein war in Venedig kein Luxus, sondern Teil des Alltags. Trinkwasser aus den Zisternen war knapp und nicht immer gut, also trank man Wein, oft verdünnt. Er kam aus dem Veneto, aus Istrien und von weit her: Aus Griechenland und Kreta kamen die schweren, süßen Malvasierweine. Die Weinschenken hießen deshalb oft einfach malvasie, und bis heute tragen in Venedig mehrere Gassen den Namen Calle de la Malvasia.
Und dann ist da das Wort, das du in Venedig unbedingt brauchst: ombra, der Schatten. So nennen die Venezianer ein kleines Glas Wein. Die Erklärung, die jeder gern erzählt: Die Weinhändler auf dem Markusplatz rückten ihre Stände im Laufe des Tages mit dem Schatten des Campanile mit, damit der Wein kühl blieb. Andar per ombre, auf Schattenjagd gehen, heißt bis heute, von Bar zu Bar zu ziehen. Ob es wirklich so war? Die Geschichte ist jedenfalls zu schön, um sie nicht zu glauben.
Die Republik nahm den Wein sehr ernst, vor allem als Einnahmequelle. Jedes Fass, das an Land kam, wurde vermessen und besteuert, und eigene Beamte wachten über Maße und Qualität. Wer Wein panschte oder am Zoll vorbeischmuggelte, riskierte hohe Strafen und den Verlust seiner Ware. Wein war in Venedig ein Staatsgeschäft, ganz ähnlich wie das Salz, auf das die Republik ein Monopol hielt.
Wenn du am frühen Abend wiederkommst, siehst du hier Venezianer und Besucher mit einem Glas in der Hand, den Blick auf die Brücke, deren Stein im letzten Licht fast rosa wird. Wir gehen jetzt hinein ins Labyrinth: Bieg vom Ufer nach rechts in die Gassen ein, am Campo San Silvestro vorbei, bis zum kleinen Campo Sant'Aponal.