Cantina Do Mori – der alte Bacaro
Why is it significant?
Zieh den Kopf ein und tritt in die Calle dei Do Mori, wo eine schmale Tür in einen dunklen Raum führt: Holzbalken, eine lange Theke, und von der Decke hängen Dutzende Kupferkessel. Die Cantina Do Mori gilt als einer der ältesten bacari Venedigs.
Key Facts
| Place | Cantina Do Mori – der alte Bacaro |
|---|---|
| Address | Calle dei Do Mori, San Polo 429, 30125 Venezia VE, Italy |
| Geo Coordinates | 45.43900, 12.33400 |
| Part of Walk | Venedig für Genießer: Rialto-Märkte, Bacari und Cicchetti |
| Generated | Generated |
Zieh den Kopf ein und tritt in die Calle dei Do Mori, wo eine schmale Tür in einen dunklen Raum führt: Holzbalken, eine lange Theke, und von der Decke hängen Dutzende Kupferkessel. Die Cantina Do Mori gilt als einer der ältesten bacari Venedigs. Die Überlieferung sagt, hier werde seit 1462 ausgeschenkt. Beweisen kann das niemand, aber kaum ein Ort in der Stadt fühlt sich so alt an.
Do Mori heißt die zwei Mohren, und woher der Name genau stammt, ist ungewiss. Klar ist dagegen die Gebrauchsanweisung: Gegessen und getrunken wird im Stehen, man zeigt auf die Theke und bekommt, was man will. Berühmt sind die francobolli, die Briefmarken: winzige, weiche Sandwiches, kaum größer als ein Bissen, gerade genug für ein Glas Wein. Und in den alten bacari findest du oft auch nervetti, gekochten Kalbsknorpel mit Zwiebeln und Petersilie, ein Klassiker der einstigen Arbeiterküche.
Natürlich behauptet die Legende auch, Giacomo Casanova sei hier Stammgast gewesen und habe zwischen zwei Gläsern seine Verabredungen geplant. Belegt ist das nicht. Aber es würde passen: Der Rialto war im 18. Jahrhundert der Ort, an dem man sich traf, Gerüchte tauschte und Geschäfte machte, bevor man abends in die Theater und Spielhäuser weiterzog.
Hinter der Gemütlichkeit steckt eine ernsthafte Kultur. Ein bacaro ist kein Restaurant und keine Kneipe im deutschen Sinn, sondern ein Treffpunkt des Viertels, wo Markthändler ihre erste ombra trinken und Nachbarn sich auf den neuesten Stand bringen. Viele dieser Lokale haben in den letzten Jahrzehnten aufgegeben, weil die Mieten steigen und die Einwohner abwandern. Jeder alte bacaro, der überlebt, ist darum ein Stück Stadtgeschichte.
Wenn du ein Glas trinkst, dann so wie die Venezianer: kurz, im Stehen, mit einem Happen, und dann weiter. Wir ziehen jetzt zum lautesten Ort des Viertels. Geh nach Norden und folge dem Geruch von Salzwasser und Eis bis zu der großen offenen Halle am Canal Grande: der Pescaria.