Fondaco dei Tedeschi – das Haus der deutschen Kaufleute
Why is it significant?
Stell dich an den Fuß der Rialtobrücke auf der San-Marco-Seite und schau auf den mächtigen, fast schmucklosen Block direkt am Canal Grande: Das ist der Fondaco dei Tedeschi, das Haus der Deutschen. Vier Stockwerke um einen Innenhof, gebaut wie eine Festung des Handels.
Key Facts
| Place | Fondaco dei Tedeschi – das Haus der deutschen Kaufleute |
|---|---|
| Address | Calle del Fontego dei Tedeschi, San Marco, 30124 Venezia VE, Italy |
| Geo Coordinates | 45.43830, 12.33670 |
| Part of Walk | Venedig für Genießer: Rialto-Märkte, Bacari und Cicchetti |
| Generated | Generated |
Stell dich an den Fuß der Rialtobrücke auf der San-Marco-Seite und schau auf den mächtigen, fast schmucklosen Block direkt am Canal Grande: Das ist der Fondaco dei Tedeschi, das Haus der Deutschen. Vier Stockwerke um einen Innenhof, gebaut wie eine Festung des Handels. Heute bummelt man hier durch ein Luxuskaufhaus, aber jahrhundertelang war dieser Bau einer der wichtigsten deutschen Orte südlich der Alpen.
Schon im 13. Jahrhundert ist hier ein Haus der deutschen Kaufleute bezeugt. Das Wort fondaco stammt vom arabischen funduq, einer Herberge mit Warenlager. Die Republik wollte die Händler aus Nürnberg, Augsburg, Regensburg oder Wien unter Kontrolle haben: Sie mussten hier wohnen, hier ihre Waren lagern und hier verkaufen, unter den Augen venezianischer Beamter, die jeden Ballen registrierten und verzollten.
Und was hat das mit Essen zu tun? Eine ganze Menge. Die Deutschen brachten Silber, Kupfer, Leinen und Pelze und kauften dafür, was über Venedig aus dem Orient kam: Pfeffer, Zimt, Nelken, Muskat, Zucker. Der Pfeffer, der in Nürnberg oder Augsburg auf den Braten kam, war sehr oft durch dieses Haus gegangen. Das alte Spottwort Pfeffersack für einen reichen Kaufmann erzählt genau von diesem Geschäft.
Nach einem Brand im Jahr 1505 wurde der Fondaco in wenigen Jahren neu errichtet, und die Fassaden bemalten zwei junge Stars: Giorgione zur Wasserseite hin, Tizian zur Landseite. Von ihren Fresken sind nur blasse Fragmente geblieben, die heute in der Ca' d'Oro aufbewahrt werden. In genau diesen Jahren war auch Albrecht Dürer in Venedig. Für die deutsche Gemeinde malte er 1506 das Rosenkranzfest, bestimmt für die Kirche San Bartolomeo gleich hier um die Ecke.
Nach dem Ende der Republik wurde das Haus Zollamt, im 20. Jahrhundert dann Hauptpost. Wir aber folgen jetzt den Pfeffersäcken dorthin, wo sie ihren Wein tranken. Geh über die Rialtobrücke auf die andere Seite und halte dich unten gleich links, am Wasser entlang, zur Riva del Vin.