Gallerie dell'Accademia: Venedigs Malerei unter einem Dach
Why is it significant?
Du stehst auf dem Campo della Carità, am Fuß der hölzernen Accademia-Brücke, und vor dir liegt ein schlichter Komplex aus Kirche, Bruderschaftshaus und Kloster. Kein Palast, keine Prachtfassade. Selbst die Holzbrücke neben dir war 1933 nur als Provisorium gedacht, und sie steht noch immer.
Key Facts
| Place | Gallerie dell'Accademia: Venedigs Malerei unter einem Dach |
|---|---|
| Address | Campo della Carità, Dorsoduro 1050, 30123 Venezia VE, Italy |
| Geo Coordinates | 45.43140, 12.32810 |
| Part of Walk | Venedig, Dorsoduro: Kunst von Tizian bis Peggy Guggenheim, Tiepolo und die Zattere |
| Generated | Generated |
Du stehst auf dem Campo della Carità, am Fuß der hölzernen Accademia-Brücke, und vor dir liegt ein schlichter Komplex aus Kirche, Bruderschaftshaus und Kloster. Kein Palast, keine Prachtfassade. Selbst die Holzbrücke neben dir war 1933 nur als Provisorium gedacht, und sie steht noch immer. Und doch hängt hinter diesen Mauern die bedeutendste Sammlung venezianischer Malerei, die es gibt, von den goldglänzenden Altären des 14. Jahrhunderts bis zu Tiepolo.
Die Gebäude gehörten einst der Bruderschaft der Carità, einer der ältesten Scuole Grandi, und dem Kloster daneben, für das Andrea Palladio einen Teil entwarf. Unter Napoleon wurden Bruderschaften und Klöster aufgelöst, und 1807 zog hier die Akademie der schönen Künste ein. Ihre Lehrsammlung wurde zum Museum. Viele Bilder kamen aus aufgelösten Kirchen, gerettet und zugleich aus ihrem Zusammenhang gerissen.
Drinnen warten Bilder, über die man seit Jahrhunderten rätselt. Giorgiones Gewitter, La Tempesta, um 1505: eine stillende Frau, ein junger Mann mit Stab, ein Blitz über der Stadt, und niemand weiß sicher, was es bedeutet. Tizians letztes Bild, eine Pietà, die er für sein eigenes Grab malte und nicht mehr vollenden konnte. Und Carpaccios Zyklus der heiligen Ursula, ein Bilderbuch venezianischen Lebens.
Und dann Veronese, den du in San Sebastiano kennengelernt hast. 1573 malte er ein riesiges Abendmahl, voller Hunde, Diener, Narren und zweier Hellebardiere in deutscher Tracht. Gerade die Deutschen machten die Inquisition misstrauisch, denn deutsch klang damals schnell nach lutherisch. Man lud ihn vor und verlangte Änderungen. Veronese antwortete, Maler nähmen sich Freiheiten wie Dichter und Narren. Und dann änderte er... den Titel. Seitdem heißt das Bild Gastmahl im Hause des Levi.
Schau beim Hinausgehen noch einmal auf die Holzbrücke, dann geh nach Osten, durch die Gassen von Dorsoduro, immer parallel zum Canal Grande. Unterwegs passierst du kleine Galerien und Werkstätten, und zwischen den Häusern blitzt immer wieder der Canal Grande auf. Nach ein paar Minuten kommst du zu einem flachen, weißen Palast, der nur ein Stockwerk hoch ist. Er hätte einer der größten am ganzen Kanal werden sollen.