Ca' Rezzonico: Wie man sich Adel kauft

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Steh am Ufer des Rio di San Barnaba und schau an diesem Koloss hinauf: weißer Stein, Säulen, Masken über den Fensterbögen, ein Palast, der vom Canal Grande aus wie eine Theaterkulisse wirkt.

Key Facts

PlaceCa' Rezzonico: Wie man sich Adel kauft
AddressFondamenta Rezzonico, Dorsoduro 3136, 30123 Venezia VE, Italy
Geo Coordinates45.43350, 12.32680
Part of WalkVenedig, Dorsoduro: Kunst von Tizian bis Peggy Guggenheim, Tiepolo und die Zattere
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Steh am Ufer des Rio di San Barnaba und schau an diesem Koloss hinauf: weißer Stein, Säulen, Masken über den Fensterbögen, ein Palast, der vom Canal Grande aus wie eine Theaterkulisse wirkt. Am Kanal siehst du den Wassereingang, an dem einst die Gondeln der Gäste anlegten, mit Musik, Fackeln und Masken. Das ist Ca' Rezzonico, und er erzählt eine sehr venezianische Geschichte: wie man mit Geld zu Adel kommt.

Begonnen hat ihn Baldassare Longhena, der Architekt der Salute, um 1649 für die Patrizierfamilie Bon. Dann ging den Bon das Geld aus, und der Bau blieb jahrzehntelang halb fertig liegen. Gekauft hat ihn schließlich eine Kaufmannsfamilie vom Comer See, die Rezzonico, die sich 1687 für eine gewaltige Summe in das Goldene Buch des venezianischen Adels eingekauft hatte. Giorgio Massari vollendete den Palast Mitte des 18. Jahrhunderts.

Und dann der Gipfel: 1758 wurde Carlo Rezzonico Papst, als Clemens XIII. Im selben Jahr heiratete Ludovico Rezzonico, und Giambattista Tiepolo malte zur Hochzeit eine Allegorie an die Decke, Apoll auf dem Sonnenwagen über dem Brautpaar. Heute ist der Palast das Museum des venezianischen Settecento: Möbel, Lackarbeiten, Pietro Longhis kleine Szenen aus dem Alltag der Patrizier und die Fresken, die Giandomenico Tiepolo für die Villa seiner Familie malte, mit seinen melancholischen Pulcinella-Figuren.

Und ein Dichter starb hier. Der Engländer Robert Browning verbrachte seine letzten Wochen in diesem Palast, den sein Sohn Pen gekauft hatte, und starb hier im Dezember 1889. Eine Gedenktafel an der Fassade erinnert daran. Stell dir vor: ein alter Mann am Fenster, unten die Gondeln, oben Tiepolos Himmel. Es gibt schlechtere Orte, ein Leben zu beschließen.

Jetzt geht es ein kurzes Stück nach Norden, durch die Gassen, bis zu einem gotischen Palast an der großen Biegung des Canal Grande. Dort studieren heute Tausende junge Leute... in einem Haus, das ein Doge gebaut hat. Wir bleiben also in derselben Welt: Kaufleute, die Adelige wurden, und Adelige, die tief fielen.

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