Squero di San Trovaso: Wo Gondeln geboren werden

Why is it significant?

Stell dich auf die Fondamenta Nani und schau über den Rio di San Trovaso auf das andere Ufer. Dort steht ein Holzhaus mit Balkonen und Blumenkästen, davor eine schräge Rampe zum Wasser, und darauf liegen schwarze Gondeln, manche kieloben, manche auf Böcken.

Key Facts

PlaceSquero di San Trovaso: Wo Gondeln geboren werden
AddressFondamenta Nani, Dorsoduro, 30123 Venezia VE, Italy
Geo Coordinates45.43030, 12.32600
Part of WalkVenedig, Dorsoduro: Kunst von Tizian bis Peggy Guggenheim, Tiepolo und die Zattere
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Stell dich auf die Fondamenta Nani und schau über den Rio di San Trovaso auf das andere Ufer. Dort steht ein Holzhaus mit Balkonen und Blumenkästen, davor eine schräge Rampe zum Wasser, und darauf liegen schwarze Gondeln, manche kieloben, manche auf Böcken. Das ist der Squero di San Trovaso, eine der ältesten noch arbeitenden Gondelwerften der Stadt.

Warum sieht das aus wie in den Alpen? Die Überlieferung sagt, viele Bootsbauer kamen aus dem Cadore, aus den Dolomiten, wo man von Kindheit an mit Holz umging. Das Holz kam ohnehin aus den Bergen, über die Flüsse geflößt bis an die Lagune. Und das Wort Squero kommt vermutlich von squadra, dem Winkelmaß der Zimmerleute.

Eine Gondel ist ein kleines Wunder. Sie besteht aus rund 280 Einzelteilen und acht verschiedenen Holzarten, darunter Eiche, Lärche, Tanne, Kirsche und Linde. Und sie ist absichtlich schief: Eine Seite ist gut zwanzig Zentimeter breiter als die andere. So gleicht sie das Gewicht des Gondoliere aus, der hinten steht und nur auf einer Seite rudert. Ohne diesen Trick würde sie ständig im Kreis fahren.

Und warum sind alle Gondeln schwarz? Früher waren sie bunt, vergoldet, mit Stoffen behängt, und die Patrizier überboten sich gegenseitig. Luxusgesetze der Republik verlangten schließlich schlichtes Schwarz, damit der Wettstreit ein Ende hatte. Heute gibt es nur noch wenige Werften, die neue Gondeln bauen, und eine einzige braucht Monate Handarbeit. Schau zu, wenn gerade gearbeitet wird, aber bleib auf deiner Seite des Kanals... das ist eine Werkstatt, kein Museum.

Folge jetzt dem Rio nach Norden, an der Kirche San Trovaso vorbei. Sie hat zwei gleichwertige Fassaden, eine zum Kanal, eine zum Campo, und man erzählt, so hätten Castellani und Nicolotti sie betreten können, ohne einander zu begegnen. Halte dich dann rechts durch die Gassen, bis du auf den Campo della Carità kommst, am Fuß der hölzernen Accademia-Brücke. Dort hängt die größte Sammlung venezianischer Malerei der Welt.

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