Basílica de la Macarena & Arco de la Macarena
Why is it significant?
Stell dich vor das gelb gestrichene Stadttor mit dem kleinen Glockengiebel, und du stehst genau auf einer Grenze. Draußen rauscht der Verkehr der Ronda, drinnen beginnt die Macarena, das stolzeste und eigensinnigste Viertel von Sevilla.
Key Facts
| Place | Basílica de la Macarena & Arco de la Macarena |
|---|---|
| Address | Calle Bécquer 1, 41002 Sevilla, Spain |
| Geo Coordinates | 37.40250, -5.98940 |
| Part of Walk | Sevillas verborgene Altstadt: Von der Macarena über die Setas zur Casa de Pilatos |
| Generated | Generated |
Stell dich vor das gelb gestrichene Stadttor mit dem kleinen Glockengiebel, und du stehst genau auf einer Grenze. Draußen rauscht der Verkehr der Ronda, drinnen beginnt die Macarena, das stolzeste und eigensinnigste Viertel von Sevilla. Und nur ein paar Schritte daneben wohnt die berühmteste Madonna Andalusiens.
Woher der Name Macarena kommt, weiß niemand so genau. Die einen denken an einen römischen Grundbesitzer namens Macarius, andere erzählen von einer maurischen Prinzessin... Belege gibt es für keine der beiden Geschichten. Sicher ist nur: Das Tor gehörte zum Mauerring aus der Zeit der Almohaden, sein heutiges Gesicht bekam es bei einem Umbau im 18. Jahrhundert. Und die Mauer, die rechts davon weiterläuft, ist das längste Stück, das Sevilla von seiner Stadtmauer geblieben ist.
Jetzt geh hinüber zur Basilika. Über dem Hauptaltar steht die Esperanza Macarena, eine Marienfigur aus dem 17. Jahrhundert, deren Bildhauer bis heute unbekannt ist. Auf ihren Wangen glänzen Tränen aus Glas, und doch scheint sie zugleich zu lächeln... genau dieses Schwanken zwischen Schmerz und Hoffnung macht die Sevillaner verrückt nach ihr. In der Nacht auf Karfreitag, der Madrugada, verlässt sie die Kirche und kehrt erst am nächsten Tag zurück, und die Menge ruft ihr zu: Guapa, du Schöne! Der Stierkämpfer Joselito el Gallo schenkte ihr Smaragdbroschen, und als er 1920 in der Arena von Talavera starb, legte man der Madonna Trauer an. Im Viertel heißt es, das sei das einzige Mal gewesen.
Die Basilika selbst ist jünger, als sie aussieht. Bis 1936 stand die Madonna nebenan in der Pfarrkirche San Gil. Im Juli 1936, in den ersten Tagen des Bürgerkriegs, wurde San Gil in Brand gesteckt; die Figur hatten Brüder der Bruderschaft rechtzeitig versteckt. Die neue Kirche entstand in den 1940er Jahren, und sie barg lange ein unbequemes Grab: das von General Queipo de Llano, der Sevilla 1936 für die Putschisten einnahm und für eine blutige Welle der Repression verantwortlich war. Im November 2022 wurden seine sterblichen Überreste nach dem spanischen Gesetz über das demokratische Gedenken aus der Basilika entfernt.
Geh nun an der Mauer entlang nach Osten, die Ronda de Capuchinos hinunter. Zähl die Türme, während du gehst... am Ende der Mauer wartet ein zweites Tor, an das sich eine kleine Kirche schmiegt wie ein Schwalbennest.