San Luis de los Franceses

Why is it significant?

Bleib auf der Calle San Luis stehen und schau auf die Fassade gegenüber: zwei schlanke Türme, dazwischen eine mächtige Kuppel. Die Straße ist eng und alltäglich, mit Wäsche an den Balkonen und Mopeds vor den Haustüren.

Key Facts

PlaceSan Luis de los Franceses
AddressCalle San Luis 37, 41003 Sevilla, Spain
Geo Coordinates37.39840, -5.98830
Part of WalkSevillas verborgene Altstadt: Von der Macarena über die Setas zur Casa de Pilatos
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Bleib auf der Calle San Luis stehen und schau auf die Fassade gegenüber: zwei schlanke Türme, dazwischen eine mächtige Kuppel. Die Straße ist eng und alltäglich, mit Wäsche an den Balkonen und Mopeds vor den Haustüren. Und mittendrin steht eine der kühnsten Barockkirchen Spaniens, an der viele einfach vorbeilaufen.

Gebaut haben sie die Jesuiten, zwischen 1699 und 1731, als Noviziat, also als Ausbildungshaus für junge Ordensmänner. Der Architekt war Leonardo de Figueroa, der den Sevillaner Spätbarock prägte wie kaum ein anderer. Geweiht ist die Kirche Ludwig dem Neunten, dem Kreuzfahrerkönig von Frankreich, der 1297 heiliggesprochen wurde. Daher der Name: San Luis de los Franceses, der heilige Ludwig der Franzosen.

Wenn du hineinkommst, stehst du in einem runden Raum, der dich förmlich nach oben zieht. Die Kuppel ist ganz mit Fresken bemalt, an denen Lucas Valdés arbeitete, der Sohn des Malers Juan de Valdés Leal, und gedrehte Säulen und Gold umrahmen die Altäre. Für Novizen, die Armut gelobt hatten, war das ein erstaunlicher Ort... aber genau so war es gedacht. Hier sollten die jungen Männer den Himmel sehen, bevor man sie in die Welt hinausschickte, oft bis nach Amerika.

Lange konnten die Jesuiten ihr Werk nicht genießen. 1767 wies König Karl der Dritte den Orden aus allen spanischen Ländern aus, und das Gebäude wechselte danach mehrfach Besitzer und Zweck. Über Generationen war die Kirche für die Öffentlichkeit kaum zugänglich, bis die Provinzverwaltung von Sevilla, der das Ensemble gehört, sie aufwendig restaurieren ließ und wieder öffnete. Viele Sevillaner haben sie erst in den letzten Jahren zum ersten Mal betreten. Zum Ensemble gehört auch eine kleine Hauskapelle der Novizen, deren Wände voller Reliquiare sind, und darunter eine Krypta... ein ganzes verborgenes Stockwerk unter einer Straße, auf der die Nachbarn ihre Einkäufe nach Hause tragen.

Ein paar Schritte die Straße hinauf siehst du den Turm von Santa Marina, einer gotisch-mudéjaren Kirche aus dem 14. Jahrhundert, die im Juli 1936 ebenfalls brannte und wieder aufgebaut wurde. Von hier gehst du nach Südosten, durch ruhige Gassen, bis zu einem kleinen Platz mit einem Klosterportal, das funkelt wie ein Schmuckkasten.

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