Almohadische Stadtmauer & Puerta de Córdoba
Why is it significant?
Du stehst am östlichen Ende der Mauer, vor einem schlichten Torbogen, an den sich eine kleine Kirche lehnt. Hinter dir liegen einige hundert Meter Wehrmauer, ockerfarben und rau, mit wuchtigen viereckigen Türmen und einer niedrigeren Vormauer davor.
Key Facts
| Place | Almohadische Stadtmauer & Puerta de Córdoba |
|---|---|
| Address | Ronda de Capuchinos, 41003 Sevilla, Spain |
| Geo Coordinates | 37.40020, -5.98520 |
| Part of Walk | Sevillas verborgene Altstadt: Von der Macarena über die Setas zur Casa de Pilatos |
| Generated | Generated |
Du stehst am östlichen Ende der Mauer, vor einem schlichten Torbogen, an den sich eine kleine Kirche lehnt. Hinter dir liegen einige hundert Meter Wehrmauer, ockerfarben und rau, mit wuchtigen viereckigen Türmen und einer niedrigeren Vormauer davor. Das ist die Puerta de Córdoba, das Tor, durch das einst die Straße nach Córdoba die Stadt verließ.
Schau dir die Oberfläche der Mauer genau an. Sie ist nicht aus Steinquadern gebaut, sondern aus Stampflehm, auf Spanisch Tapial: Erde, Kalk und Kies, Schicht für Schicht in Holzschalungen festgestampft. Die Löcher, in denen die Balken der Schalung steckten, siehst du stellenweise noch. Die Almohaden, eine Berberdynastie aus Marokko, machten Sevilla im 12. Jahrhundert zu ihrer Hauptstadt in Al-Andalus und verstärkten den Mauerring, der die ganze Stadt umschloss... rund sieben Kilometer lang, mit vielen Dutzend Türmen.
Die kleine Kirche am Tor ist dem heiligen Hermenegild geweiht. Er war ein westgotischer Prinz, der im 6. Jahrhundert vom arianischen Glauben seines Vaters zum katholischen übertrat und sich gegen ihn erhob. Sein Vater, König Leovigild, belagerte Sevilla und nahm den Sohn gefangen, und im Jahr 585 wurde Hermenegild getötet. Die Sevillaner Überlieferung sagt, er sei genau hier, im Tor, gefangen gehalten und hingerichtet worden. Die alten Chronisten nennen allerdings Tarragona. Sevilla hält trotzdem an seiner Version fest.
Dass du diese Mauer überhaupt noch siehst, ist fast ein Glücksfall. Nach der Revolution von 1868 riss Sevilla den größten Teil seiner Befestigung ab, im Namen von Luft, Licht und Verkehr. Tore, die jahrhundertelang gestanden hatten, verschwanden in wenigen Jahren. Heute leben viele von ihnen nur noch als Namen weiter: Puerta de Jerez, Puerta Osario, Puerta de la Carne... Die Sevillaner verabreden sich an Toren, die es gar nicht mehr gibt. Dieses Stück im Norden blieb, und mit ihm das Gefühl, wie eng und geschlossen die Stadt einmal war.
Geh jetzt durch das Tor in die Stadt hinein und dann nach Südwesten, durch die stillen Gassen bis zur Calle San Luis. Halt Ausschau nach zwei schlanken Türmen und einer Kuppel, die über die Dächer ragt.