Alameda de Hércules

Why is it significant?

Vor dir stehen zwei gewaltige antike Säulen, jede mit einer Statue obendrauf, und dahinter erstreckt sich ein langer Platz mit Bäumen, Bänken und Cafés. Das ist die Alameda de Hércules, das Wohnzimmer des jungen, bunten und ein wenig rebellischen Sevilla. Hier war einmal Sumpf.

Key Facts

PlaceAlameda de Hércules
AddressAlameda de Hércules, 41002 Sevilla, Spain
Geo Coordinates37.39660, -5.99390
Part of WalkSevillas verborgene Altstadt: Von der Macarena über die Setas zur Casa de Pilatos
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Vor dir stehen zwei gewaltige antike Säulen, jede mit einer Statue obendrauf, und dahinter erstreckt sich ein langer Platz mit Bäumen, Bänken und Cafés. Das ist die Alameda de Hércules, das Wohnzimmer des jungen, bunten und ein wenig rebellischen Sevilla.

Hier war einmal Sumpf. Ein alter Arm des Guadalquivir hinterließ eine Senke, in der sich bei jedem Hochwasser das Wasser sammelte. 1574 ließ der Graf von Barajas, der königliche Statthalter der Stadt, das Gelände trockenlegen und Pappeln pflanzen, auf Spanisch álamos. Daher der Name Alameda, Pappelallee. Sie gilt als eine der ältesten öffentlichen Promenaden Europas. Man legte Brunnen an, und an heißen Sommerabenden kamen die Sevillaner hierher, um im Schatten zu flanieren, zu sehen und gesehen zu werden. Aus einem stinkenden Tümpel war ein Salon unter freiem Himmel geworden.

Die beiden Säulen sind echte römische Säulen. Sie stammen von einem antiken Bauwerk in der Calle Mármoles, ein paar Straßen von hier, wo drei weitere Säulen noch heute stehen, einige Meter unter dem heutigen Straßenniveau. Obendrauf stellte man Herkules, den mythischen Gründer der Stadt, und Julius Caesar, der sie der Legende nach mit Mauern umgab. Man erzählt sich, der Bildhauer habe Herkules die Züge Kaiser Karls des Fünften gegeben und Caesar die seines Sohnes Philipp.

Die Alameda hat ein bewegtes Leben hinter sich. Lange war sie ein Ort der Feste und Spaziergänge, im 20. Jahrhundert dann ein Viertel der Flamenco-Lokale und der Bohème, und in den 1980er Jahren ein Ort von Drogen und Prostitution, den viele Sevillaner mieden. Nach einer großen Umgestaltung Ende der 2000er Jahre kamen Familien, Studenten und Bars zurück. Heute ist sie lebendig, ein bisschen rau und sehr sevillanisch.

Am anderen, nördlichen Ende stehen übrigens zwei weitere Säulen aus dem 18. Jahrhundert, mit Löwen obendrauf. Du gehst aber in die Gegenrichtung: nach Süden, Richtung Plaza de la Encarnación. Schau unterwegs in die Seitenstraßen, wo sich Secondhandläden, alte Tabernas und Graffiti mischen... bis über den Dächern riesige hölzerne Pilze auftauchen.

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