Real Parroquia de Santa Ana: Die Kathedrale von Triana

Why is it significant?

Vor dir steht eine Kirche, die eher nach Festung aussieht als nach Gotteshaus: dicke Mauern, Strebepfeiler, ein wuchtiger Turm mit Kacheln an der Spitze. Die Trianeros nennen sie stolz la catedral de Triana. Es ist Santa Ana, die älteste Pfarrkirche von ganz Sevilla.

Key Facts

PlaceReal Parroquia de Santa Ana: Die Kathedrale von Triana
AddressPlaza de Santa Ana, 41010 Sevilla, Spain
Geo Coordinates37.38290, -6.00050
Part of WalkTriana: Flamenco, Keramik und Seefahrer in Sevillas Viertel jenseits des Flusses
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Vor dir steht eine Kirche, die eher nach Festung aussieht als nach Gotteshaus: dicke Mauern, Strebepfeiler, ein wuchtiger Turm mit Kacheln an der Spitze. Die Trianeros nennen sie stolz la catedral de Triana. Es ist Santa Ana, die älteste Pfarrkirche von ganz Sevilla.

Gegründet hat sie König Alfonso X., der Weise, in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Überlieferung erzählt, er habe an einer schweren Augenkrankheit gelitten und der heiligen Anna, der Mutter Marias, eine Kirche versprochen, falls er geheilt würde. Er wurde geheilt, und er hielt Wort. Damit ist Santa Ana älter als der gotische Bau der Kathedrale auf der anderen Seite des Flusses. Der Bau ist gotisch und schlicht, aber innen haben ihn die Jahrhunderte mit Altären und Bildern gefüllt.

Das wichtigste Kunstwerk liegt beinahe zu deinen Füßen. Es ist die Grabplatte eines gewissen Íñigo López, 1503 auf Keramik gemalt von Niculoso Pisano, einem Italiener aus Pisa, der sich Ende des 15. Jahrhunderts in Triana niederließ. Er brachte eine kleine Revolution mit. Statt Muster in Fliesen zu pressen, wie es die maurischen Meister taten, malte er mit dem Pinsel auf glatte, glasierte Flächen, wie auf eine Leinwand. Ohne ihn gäbe es die Bildkacheln nicht, die dir überall in Sevilla begegnen.

Die Trianeros nennen diese Platte la losa del negro, und warum, dafür gibt es verschiedene Erklärungen. Um sie rankt sich ein Brauch: Unverheiratete Frauen, so erzählt man, sollen ihr einen kleinen Tritt geben, dann finden sie bald einen Mann. Den alten Kacheln hat dieser Brauch nicht gutgetan... aber er zeigt, wie lebendig eine fünfhundert Jahre alte Grabplatte in Triana sein kann.

Die heilige Anna ist auch die Patronin der großen Velá im Juli, und rund um diese Kirche schlägt das Herz des alten Triana. Von hier gehst du ein paar Schritte nach Westen in die lange Calle Pagés del Corro. Sie sieht unscheinbar aus, aber in ihren Höfen wurde Flamencogeschichte geschrieben.

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