Calle Pureza und die Esperanza de Triana
Why is it significant?
Die Calle Pureza ist schmal, die Häuser sind niedrig und farbig, gelb, weiß, ochsenblutrot. Zwischen ihnen öffnet sich die Tür einer kleinen Barockkapelle, und oft steht davor eine Traube von Menschen, die nur kurz hineinschauen wollen. Das ist die Capilla de los Marineros, die Kapelle der Seeleute.
Key Facts
| Place | Calle Pureza und die Esperanza de Triana |
|---|---|
| Address | Calle Pureza 53, 41010 Sevilla, Spain |
| Geo Coordinates | 37.38410, -6.00100 |
| Part of Walk | Triana: Flamenco, Keramik und Seefahrer in Sevillas Viertel jenseits des Flusses |
| Generated | Generated |
Die Calle Pureza ist schmal, die Häuser sind niedrig und farbig, gelb, weiß, ochsenblutrot. Zwischen ihnen öffnet sich die Tür einer kleinen Barockkapelle, und oft steht davor eine Traube von Menschen, die nur kurz hineinschauen wollen. Das ist die Capilla de los Marineros, die Kapelle der Seeleute.
Gebaut hat sie im 18. Jahrhundert die Bruderschaft der Seeleute, die Hermandad de los Marineros. Heute ist sie das Zuhause der Esperanza de Triana, einer Madonna mit Tränen auf den Wangen, und Grün, die Farbe der Hoffnung, ist die Farbe ihrer Verehrer. Ihre Bruderschaft ist eine der traditionsreichsten der Stadt, und für viele Trianeros ist sie schlicht la Esperanza, die Hoffnung, als wäre es ein Familienname.
In der Nacht zum Karfreitag, der Madrugada, verlässt sie die Kapelle auf ihrem schwankenden Tragaltar, getragen von Männern, die unter dem Gestell unsichtbar bleiben, den costaleros. Sie zieht über die Brücke in die Stadt bis zur Kathedrale und kehrt erst im Laufe des Karfreitags zurück. Wenn sie wieder in Triana einbiegt, stehen die Menschen dicht an dicht, und irgendwo öffnet sich ein Balkon.
Dann erhebt sich eine einzelne Stimme, ohne Gitarre, ohne Begleitung, und die Menge verstummt. Das ist die Saeta, der Pfeil, ein Gebet, das gesungen wird wie ein Schrei. Alte Saetas gab es schon lange, aber die saeta flamenca, die heute die Prozessionen begleitet, bekam ihre Form erst im frühen 20. Jahrhundert, geprägt von großen Stimmen wie Manuel Torre aus Jerez. Sie verbindet den tiefen Gesang des cante jondo mit der Frömmigkeit der Karwoche. Für einen Moment bleiben die Träger stehen, und die Madonna hört zu.
Die Verbindung zum Wasser ist hier überall zu spüren. Von einer Anlegestelle auf der Triana-Seite, dem Muelle de las Mulas, sollen im August 1519 die Schiffe Magellans abgelegt haben, und Seeleute aus diesem Viertel fuhren auf unzähligen Schiffen nach Amerika. Geh jetzt hinunter zum Fluss, auf die Calle Betis, und ein Stück am Ufer entlang nach Süden. Von dort hast du den schönsten Blick auf Sevilla.