Capillita del Carmen und Plaza del Altozano
Why is it significant?
Am Ende der Brücke steht er, der kleine Turm aus rotem Ziegel mit seiner gekachelten Kuppel und dem Bild der Virgen del Carmen. Die Sevillaner nennen ihn liebevoll el mechero, das Feuerzeug, und wenn du ihn dir genau anschaust, verstehst du warum.
Key Facts
| Place | Capillita del Carmen und Plaza del Altozano |
|---|---|
| Address | Plaza del Altozano, 41010 Sevilla, Spain |
| Geo Coordinates | 37.38570, -6.00280 |
| Part of Walk | Triana: Flamenco, Keramik und Seefahrer in Sevillas Viertel jenseits des Flusses |
| Generated | Generated |
Am Ende der Brücke steht er, der kleine Turm aus rotem Ziegel mit seiner gekachelten Kuppel und dem Bild der Virgen del Carmen. Die Sevillaner nennen ihn liebevoll el mechero, das Feuerzeug, und wenn du ihn dir genau anschaust, verstehst du warum.
Die Capillita del Carmen stammt aus den 1920er-Jahren und ist ein Werk von Aníbal González, dem Architekten, der für die Iberoamerikanische Ausstellung von 1929 die Plaza de España entwarf. Er liebte genau diese Mischung aus Ziegel, Keramik und Erinnerung an die Mudéjar-Kunst. Die Virgen del Carmen ist die Schutzpatronin der Seeleute, und an diesem Ufer, wo früher die Schiffe anlegten, ist sie gut aufgehoben.
Hinter der Kapelle öffnet sich die Plaza del Altozano, das Wohnzimmer Trianas. Hier steht ein Denkmal mit dem Titel Triana al arte flamenco, Triana für die Kunst des Flamenco, und ein paar Schritte weiter ein Torero aus Bronze: Juan Belmonte, geboren 1892 und aufgewachsen in Triana, ein schmächtiger Junge, der den Stierkampf veränderte, weil er nicht auswich, sondern stehen blieb und den Stier um sich herumführte.
Flamenco ist keine Folklore für Touristen, sondern eine strenge Kunst mit eigenen Formen, den palos. Jeder palo hat seinen Rhythmus, seine Stimmung, seine Herkunft. Triana hat diesem Kanon etwas Eigenes geschenkt: die soleares de Triana, eine Spielart der soleá, des langsamen, schweren Gesangs, dessen Name von soledad kommt, Einsamkeit. Die Sänger früherer Generationen, die sie geprägt haben, kennen wir oft nur noch aus Erzählungen und aus Strophen, die von Mund zu Mund gingen.
Bleib an einem Abend kurz auf dem Altozano stehen, und mit etwas Glück hörst du aus einem Hinterzimmer das Klatschen der palmas, das trockene Zählen in Zwölferschritten, auf dem die soleá ruht. Jetzt aber geh nach Süden in die Calle Pureza, die parallel zum Fluss verläuft. Nach ein paar Minuten stehst du vor einer Kapelle, in der die wohl meistgeliebte Madonna Trianas wohnt.