Villa Medici: Die Akademie der Franzosen
Why is it significant?
Vor dir steht ein langes, eher strenges Gebäude, und davor plätschert unter mächtigen Steineichen ein Brunnen, aus dessen Schale eine steinerne Kugel ragt. Das ist die Villa Medici.
Key Facts
| Place | Villa Medici: Die Akademie der Franzosen |
|---|---|
| Address | Viale della Trinità dei Monti 1, 00187 Roma RM, Italy |
| Geo Coordinates | 41.90830, 12.48250 |
| Part of Walk | Goethe in Rom: Auf den Spuren der Italienischen Reise und der deutschen Künstler |
| Generated | Generated |
Vor dir steht ein langes, eher strenges Gebäude, und davor plätschert unter mächtigen Steineichen ein Brunnen, aus dessen Schale eine steinerne Kugel ragt. Das ist die Villa Medici. Von der Straßenseite wirkt sie fast wie eine Festung, doch ihre Gartenfassade ist mit antiken Reliefs übersät wie ein Museum unter freiem Himmel.
Die Legende sagt, Königin Christina von Schweden, die du schon am Stadttor kennengelernt hast, habe diese Kugel aus einer Kanone abgefeuert, quer über die Stadt, um den Hausherrn auf ziemlich unhöfliche Art an eine Verabredung zu erinnern. Wahr ist das sicher nicht... aber man wünscht sich ein bisschen, dass es wahr wäre.
Kardinal Ferdinando de' Medici kaufte die Villa 1576 und füllte sie mit antiken Skulpturen. 1633 wohnte hier Galileo Galilei, während er auf seinen Prozess wartete, als Gast des toskanischen Botschafters, in einer Art komfortabler Haft. Der Spanier Diego Velázquez malte im Garten zwei kleine Ansichten, flüchtig und voller Licht, die heute im Prado in Madrid hängen. Und 1803 machte Napoleon die Villa zum Sitz der Französischen Akademie. Hierher kamen die Gewinner des Prix de Rome, junge Maler, Bildhauer, Architekten und Komponisten aus Paris, auf Staatskosten und für mehrere Jahre.
Hier wird der Unterschied zu den Deutschen spürbar. Die Franzosen hatten eine prächtige Villa, Stipendien und einen Direktor, eine Zeit lang sogar den Maler Ingres. Die Deutschen hatten Kammern in Hinterhöfen, ein Café und ein leerstehendes Kloster. Eine eigene deutsche Akademie, die Villa Massimo, entstand erst Anfang des 20. Jahrhunderts. Unter den französischen Stipendiaten war übrigens auch Hector Berlioz, der sich in all der Pracht ziemlich gelangweilt haben soll.
Folge jetzt der Allee weiter nach Norden. Der Hang wird zum Park, die Bäume werden höher, und nach wenigen Minuten öffnet sich vor dir eine große Terrasse mit steinerner Balustrade. Dort, hoch über der Piazza del Popolo, wo unser Spaziergang begann, endet er auch.