Antico Caffè Greco: Das Wohnzimmer der Deutschen in Rom

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Hier in der Via dei Condotti, zwischen Schaufenstern mit Handtaschen und Uhren, steht ein Haus mit der Nummer 86, über dessen Tür ein schlichter Schriftzug hängt: Antico Caffè Greco. Gegründet wurde es 1760, und es gilt als das älteste Café Roms.

Key Facts

PlaceAntico Caffè Greco: Das Wohnzimmer der Deutschen in Rom
AddressVia dei Condotti 86, 00187 Roma RM, Italy
Geo Coordinates41.90560, 12.48110
Part of WalkGoethe in Rom: Auf den Spuren der Italienischen Reise und der deutschen Künstler
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Hier in der Via dei Condotti, zwischen Schaufenstern mit Handtaschen und Uhren, steht ein Haus mit der Nummer 86, über dessen Tür ein schlichter Schriftzug hängt: Antico Caffè Greco. Gegründet wurde es 1760, und es gilt als das älteste Café Roms. Generationen von Gästen saßen in seinen schmalen, rot ausgeschlagenen Räumen, umgeben von Gemälden, Büsten und Erinnerungen an berühmte Besucher.

Den Namen verdankt das Café der Überlieferung nach seinem Gründer, einem Griechen. Schon bald wurde es zum Treffpunkt all jener, die von weit her nach Rom kamen, um Kunst zu sehen und zu machen. Im 19. Jahrhundert war es so sehr der Ort der deutschen Künstler, dass sich viele ihre Post einfach hierher schicken ließen. Wer neu in der Stadt war, kam zuerst hierher, um Landsleute, eine Kammer und vielleicht einen Auftrag zu finden.

Und Goethe? Hier wird es heikel. Die Tradition will, dass auch er hier saß, und der Gedanke ist verführerisch, denn er wohnte nur ein paar Minuten entfernt. Aber in seinen Briefen findet sich dafür kein klarer Beleg. Vielleicht trank er hier seinen Kaffee, vielleicht auch nicht. Sicher ist nur: Die deutschen Künstler, die nach ihm kamen, machten das Café zu ihrem Wohnzimmer.

Einer der treuesten Gäste war ein König. Ludwig der Erste von Bayern liebte Rom wie kaum ein anderer Deutscher, kam schon als Kronprinz immer wieder für Monate und saß gern mit den Malern zusammen. 1827 kaufte er sich eine Villa oben am Pincio und holte später viele der Künstler, die er hier kennengelernt hatte, nach München. Die Ludwigstraße, die Glyptothek, die Pinakothek... vieles davon ist Rom-Sehnsucht in Stein.

Auch Dichter, Musiker und Philosophen aus ganz Europa gingen hier ein und aus, und Bilder an den Wänden erinnerten an sie. Geh jetzt die wenigen Schritte zurück zur Piazza di Spagna und stell dich unten an die große Treppe, neben den Brunnen in Form eines halb versunkenen Bootes. Dort wartet die traurige Geschichte eines jungen Dichters aus England.

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