Spanische Treppe und Keats-Shelley-Haus
Why is it significant?
Vor dir steigen 135 Stufen in Schwüngen und Absätzen zu der Kirche mit den zwei Türmen hinauf, und zu deinen Füßen liegt ein Brunnen in Form eines leckgeschlagenen Bootes, die Barcaccia. Sie soll an ein Hochwasser erinnern, bei dem der Tiber ein Boot bis hierher getragen habe.
Key Facts
| Place | Spanische Treppe und Keats-Shelley-Haus |
|---|---|
| Address | Piazza di Spagna 26, 00187 Roma RM, Italy |
| Geo Coordinates | 41.90580, 12.48260 |
| Part of Walk | Goethe in Rom: Auf den Spuren der Italienischen Reise und der deutschen Künstler |
| Generated | Generated |
Vor dir steigen 135 Stufen in Schwüngen und Absätzen zu der Kirche mit den zwei Türmen hinauf, und zu deinen Füßen liegt ein Brunnen in Form eines leckgeschlagenen Bootes, die Barcaccia. Sie soll an ein Hochwasser erinnern, bei dem der Tiber ein Boot bis hierher getragen habe. Gebaut hat sie Pietro Bernini, der Vater des berühmten Gian Lorenzo, und vielleicht hat der Sohn schon mitgeholfen.
Die Treppe ist jünger, als man denkt. Sie wurde erst von 1723 bis 1726 gebaut, mit französischem Geld, um die französische Kirche oben mit dem Platz unten zu verbinden, der wiederum nach der spanischen Botschaft heißt. Ein Kompromiss zweier Großmächte, aus Travertin. Als Goethe hier vorbeikam, war sie also gerade sechzig Jahre alt. Und im 19. Jahrhundert saßen auf den Stufen Männer und Frauen in Trachten aus den Bergdörfern und warteten darauf, dass ein Maler sie als Modell anheuerte.
Jetzt schau nach rechts auf das Haus direkt neben der Treppe. Im Februar 1821 starb dort im Alter von nur 25 Jahren der englische Dichter John Keats an Tuberkulose. Er war nach Rom gekommen, weil die Ärzte ihm das milde Klima empfahlen. Aus seinem Zimmer hörte er das Plätschern der Barcaccia, und auf seinen Grabstein ließ er schreiben, hier liege einer, dessen Name in Wasser geschrieben sei.
Das Haus ist heute ein Museum für Keats und seinen Freund Percy Bysshe Shelley, der ein Jahr später vor der italienischen Küste ertrank. Für diese jungen Romantiker war Rom, was es für Goethe gewesen war, ein Ort der Verwandlung. Nur fuhr Goethe nach Hause, um weiterzuleben, und sie fanden hier ihr Ende. Beide liegen heute auf dem nichtkatholischen Friedhof bei der Cestius-Pyramide... wie übrigens auch Goethes Sohn August.
Noch steigen wir die Treppe nicht hinauf. Erst machen wir einen kleinen Umweg zu einer Frau, die für Goethe in Rom wichtiger war als alle Dichter. Geh am Südende des Platzes weiter in die Via di Propaganda und dann links in die Via di Sant'Andrea delle Fratte, bis über den Dächern ein seltsamer Glockenturm auftaucht.